Bart (Rüstung)

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Bart (Rüstung)
HJRK A 79 - Armour of Maximilian I, c. 1485.jpg
Angaben
Waffenart: Schutzwaffe
Bezeichnungen: Bart, fürfallender Bart
Verwendung: Rüstung
Ursprungsregion/
Urheber:
Europa, Waffenschmiede
Verbreitung: Europa
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Der Bart auch "Vorhelm", "Fürfallender Bart" oder "Abschlächtiger Bart", auch Kinnreff (engl. bevor, Buffe, franz. bavière, ital. baviera, span. barbote) ist Teil europäischer, spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Helme, das Kinn und Hals des Trägers abdeckt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Feldharnisch mit anteckbarem Bart des Sir James Scudamore, Metropolitan Museum,, New York

Der Bart besteht meist aus Stahl. Er wird in der Regel bei Helmen verwendet die kein Visier besitzen (Schaller, Sturmhaube). Er wird meist mit der Hilfe von Bolzen oder Stiften an dem Brustpanzer befestigt. Das Gesicht des Trägers war so geschützt und die gute Aussicht aus dem Helm trotzdem gegeben. Diese Visierform war der Vorläufer des Absteckvisieres, das bei Bedarf direkt an den Helm, mit der Hilfe von arretierbaren Stiften an- oder abgebaut werden konnte. Grundsätzlich gibt es zwei Arten dieser Bärte:

  • Fürfallender Bart

Dieser Bart wird an den Brustpanzer angesteckt und liegt vor dem Helm.

  • Abschlächtiger Bart

Abschlächtig meint nach unten abklappbar. Dieser wird am Kragen des Brustpanzers befestigt und liegt in- oder unterhalb des Helmes[1].

  • Halber Bart

Oft bei Turnierrüstungen vorkommend, deckt der "Halbe Bart" nur die gefährdete, meist linke Seite und ist auf der gegenüberliegenden Seite niedriger gestaltet.

  • Kettenbart

Als Bart wird auch ein Gesichts- beziehungsweise Kinnschutz benannt, der aus Kettenrüstung besteht. Diese Versionen des Bartes sind die Vorläufer der Plattenbärte[2].

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 49-50, ISBN 978-3-201-00257-8
  2. Sir Guy Francis Laking, Charles Alexander Baron de Cosson, A record of European armour and arms through seven centuries, Band 2, Verlag G. Bell and Sons, 1992, Seite 183, Bildtafeln 522

Literatur[Bearbeiten]

  • Wendelin Boeheim: Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 38, 41, 43, 44, ISBN 978-3-201-00257-8
  • Charles John Ffoulkes: The Armourer and His Craft, Verlag Cosimo, Inc., 2008, Seite 109, ISBN 978-1-60520-412-3
  • Michael Störmer, Die Rüstkammer: Ein Kompendium mittelalterlicher Nahkampfwaffen und Rüstungen, Verlag G&S Verlag GmbH, 1996, Seite 16,77, ISBN 978-3-925698-46-0

Weblinks[Bearbeiten]


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