Der "Burgundian bard" Heinrich VIII.

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Der "Burgundian bard" Heinrich VIII. auch Burgunder Rossharnisch ist ein Europäischer Rossharnisch , der aus dem Besitz Heinrich VIII. von England stammt. Der Rossharnisch wurde um 1511-14 im von England besetzten Flamen (heute Belgien) von dem Plattner Guillem Margot hergestellt, der nachweisbar in Brüssel von 1505–20 aktiv war und von dem Graveur Paul van Vrelant dekoriert. Möglicherweise haben die beiden ebenfalls die andere versilberte und gravierte Rüstung und den Rossharnisch Heinrich VIII. zusammen hergestellt. Der Rossharnisch wurde von Maximilian I. (* 22. März 1459 in Wiener Neustadt; † 12. Januar 1519 in Wels, Oberösterreich) in Auftrag gegeben und als Geschenk zur Hochzeit mit Katharina von Aragon ( * 15. Dezember 1485 in Alcalá de Henares; † 7. Januar 1536 auf Schloss Kimbolton, Huntingdonshire) an Heinrich VIII. gegeben. Heinrich VIII. war von van Vrelants Dekorationsarbeit so fasziniert, ds er ihn in seinen eigenen Werkstätten, den Almain Armourers Royal Workshops in Greenwich einstellte[1].

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Rossharnisch besteht aus Krupper, Schweifpanzer, Seitenpanzer, Fürbug, Crinet, Turniersattel und Rossstirn. Die Platten des Panzers sind alle getrieben gearbeitet und mit einer Dekoration versehen. Die verschiedenen Panzerplatten sind untereinander vernietet, mit Scharnieren verbunden oder geschoben beweglich befestigt. Im Bereich zwischen Sattel und Krupper befinden sich drei Geschübe, der Crinet ist zwölffach geschoben. Die Rossstirn ist über ein Scharnier mit dem Crinet verbunden, ebenso wie die drei Einzelplatten des Fürbugs, damit ein Anlegen des Panzers vereinfacht wird.

Die Rossstirn ist mit Augen und kantigen, nicht ganz zur Form der Stirn passenden Ohrenpanzern versehen, die fast vertikal vom oberen Teil der Rossstirn abstehen.

Der Turniersattel ist mit vier Panzerplatten, je eine rechts und links, einer am vorderen Sattelhorn sowie einer am hinteren Sattelhorn versehen. Alle Platten sind mit den gleichen Dekorationen wie die restlichen auf dem Panzer verziert. Die Sitzfläche und die Unterseiten sind mit rotem Samt gepolstert.

Die Dekorationselemente sind auf dem gesamten Rossharnisch gleich gestaltet. Sie bestehen hauptsächlich aus getriebenen Darstellungen von Granatäpfeln die das persönliche Wappen Katarinas symbolisieren, sowie von Feuerstählen und der Abbildung eines Burgunderkreuzes, gebildet aus roh abgeschlagenen Holzästen, sowie einer Rosenblüte, dort wo die Burgunderkreuze sich überkreuzen. Die Burgunderkreuze gelten als Symbol für Heinrich, da er 1505 den burgundischen Orden vom Goldenen Vlies verliehen bekam. Die einzelnen Granatäpfel sind mit Ranken verbunden die Blätter tragen. Die Rosenblüten stehen für das Haus Tudor dessen Symbol die sogenannte Tudor-Rose ist.

Die gesamte Oberfläche des Panzers war ursprünglich versilbert und vergoldet. Im Laufe der Zeit ist jedoch nichts mehr von der Silber-und Goldauflage erhalten geblieben[2].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daten und Geschichte der Rüstung auf den Websites der Royal Armoury in Leeds/England, (engl., eingesehen am 15. Februar 2015)
  2. Daten und Geschichte der Rüstung auf den Websites der Royal Armoury in Leeds/England, (engl., eingesehen am 15. Februar 2015)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Stuart W. Pyhrr, Donald J. LaRocca, Dirk H. Breiding, Metropolitan Museum of Art (New York, N.Y.): The Armored Horse in Europe, 1480-1620. Metropolitan Museum of Art, 2005, ISBN 978-1-58839-150-6, S. 62.

Weblinks[Bearbeiten]


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