Der leichte Rossharnisch Maximilian I.

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Der Rossharnisch

Der leichte Rossharnisch Maximilian I. ist eine Rüstungsgarnitur, die für Kaiser Maximilian I. (* 22. März 1459 in Wiener Neustadt; † 12. Januar 1519 in Wels, Oberösterreich) von dem deutschen Plattner Lorenz Helmschmid (*1450-†1455 oder 1515 Augsburg) gefertigt. Es gibt Angaben das sie von einem Meister "Albrecht" hergestellt wurde, was jedoch nicht gesichert ist[1].

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Rossharnisch mit angehängtem Krupper und Fürbug
  • Der Rossharnisch

Der Rossharnisch besteht aus Krupper, einem Turniersattel in hohem Zeug, einem Fürbug, einem Crinet, einem gepanzerten Zaumzeug und einer Rossstirn.

Der Krupper besteht aus vier Teilen. Auflieger, zwei Seitrnplatten und einem Schweifschutz. Alle Teile sind durch Treibarbeiten und aufgesetzte Dekorbleche reich verziert. Der Auflieger, die obere Seite des Kruppers ist mit einem aus Stahlblech ausgeschnittenen Bildnis eines geflügelten Drachen versehen, das auf die Platte des Aufliegers genietet wurde. Die Seitenplatten sind mit der Darstellung eines imperialen Adlers vesrsehen, die zum Teil getrieben und zum anderen Teil aus angenieteten Stahlblechen besteht. Der Adler zeigt ausgebreitete Schwingen deren Ende in einzelnen Federn enden die, ebenso wie die gesamte Adlerfigur, sehr sorgfältig und Detailbewusst ausgearbeitet sind. Er hat, wie in dieser Darstellung üblich einen doppelten Kopf, der jeweils die Kaiserkrone trägt. In der Körpermitte des Adlers ist das Östereichische Wappen farbig aufgesetzt. Die beiden Seitenplatten sind abnehmbar gefertigt. Der Schweifschutz ist ebenfalls getrieben gearbeitet und am Ende nach oben aufgebogen. Er bildet den Kopf des oben aufgesetzten Drachen. Der Turniersattel ist in der üblichen Art gefertigt und vorn sowie hinten mit Sattelblechen versehen.

Der Crinet besteht aus sechs einzelnen Ringen, die um Nacken und Hals des Pferdes verlaufen. Die Zwischenräume sind mit Kettenrüstung versehen, die die einzelnen Ringe um den Hals verbindet. Diese Ringe beginne am Sattel und laufen bis zum Hinterkopf des Pferdes. Die Ringe sind jeweils zweiteilig und mit einem Scharnier und Riegeln versehen, damit man sie leichter um den Hals des Pferdes legen kann.

Die Rossstirn ist ebenfalls mit einem Abbild des imperialen Adlers versehen und mit Ohrenpanzern ausgestattet. Der Bereich um den Adler ist Feuervergoldet

Der Fürbug besteht aus drei Platten, die zusammengenietet sind und in der Form eines Engels gearbeitet sind, der mit weit gespreizten Flügeln dargestellt ist. Der Körper des Engels besteht aus Oberkörper und Kopf, sowie den Armen und Händen. Der Kopf ist mit langem, gelockten Haar umgeben, auf dem Kopf sitzt eine Kappe. Die Augen sind geschlossen und der Hals ist mit einem Ringkragen versehen. Beide Hände halten ein großes Wappenschild, dessen Wappendarstellung aber nicht mehr zu erkennen ist.

Die Zügel des Zaumzeuges sind auf beiden Seiten mit Metallplatten belegt[2].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auguste Demmin, Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwickelung von der Steinzeit bis zur Erfindung des Zündnadelgewehrs: ein Handbuch der Waffenkunde, Verlag Seemann, 1869, Seite 418
  2. Auguste Demmin, Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwickelung von der Steinzeit bis zur Erfindung des Zündnadelgewehrs: ein Handbuch der Waffenkunde, Verlag Seemann, 1869, Seite 418
Der Rossharnisch ohne angehängte Seitenplatten des Krupper und ohne Fürbug

Literatur[Bearbeiten]

  •  Stuart W. Pyhrr, Donald J. LaRocca, Dirk H. Breiding, Metropolitan Museum of Art: The Armored Horse in Europe, 1480-1620. Metropolitan Museum of Art, 2005, ISBN 9781588391506, S. 13-14.

Weblinks[Bearbeiten]

Rüstungsgruppe im Kunsthistorischen Museum Wien. Der Harnisch in der Mitte von vorn


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