Geschlossene Rüstung für den Fußkampf Heinrich VIII.

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Die Geschlossene Rüstung für den Fußkampf Heinrich VIII. ist eine englische Rüstung, die in den Greenwich Workshops Heinrich VIII. für ihn gefertigt wurde. Der ausführende Schmied Martin van Royne war zu dieser Zeit Heinrichs Leibplattner, der diese spezielle Rüstung um 1520 genau auf Heinrichs Körper anpasste, der zu diesem Zeitpunkt 29 Jahre alt war. Die Rüstung wurde für das "Field of Cloth of Gold" Turnier im Jahre 1520 gefertigt, kam jedoch nicht zum Einsatz, da die Turnierregeln kurzfristig geändert wurden. Als folge dessen blieb die Rüstung unvollendet, unpoliert und Hammerschwarz in van Roynes Werkstatt liegen. Strattdessen wurde eine Rüstung (Tonnenrockharnisch für den Fußkampf Heinrich VIII.) aus schon bestehenden Rüstungen zusammengestellt. Die benötigte Politur erfolgte erst Jahrhunderte später.

Diese Rüstung ist die einzig existierende vollkommen geschlossene Rüstung dieser Art und deren meisterhafter Fertigung die heute noch existiert.

Beschreibung

Die Rüstunng besteht aus den üblichen Bauteilen einer Rüstung wie Helm, Brust- und Rückenpanzer, Armzeug, Beinzeug, Panzerhandschuhen (Hentzen) und Eisenschuhn. Als einen kleinen Tribut an die damalige Mode sind eine große Schamkapsel, wie auch an der Zivilen- und Hofmode getragen, sowie die bei den Tudors beliebten, verbreiterten Schuhe an der Gestaltung der Rüstung mit eingeplant und ausgeführt. Zur Rüstung gehört ein zweihändiger Fußstreithammer mit einem eisenumwickelten Schaft.

Der große Unterschied desteht darin das der gesamte Körper vom Panzer abgedeckt wird. Das besondere daran ist, das diese Art der Rüstung extrem schwer zu fertigen ist, da die Beweglichkeit nicht zu sehr eingeschränkt werden darf und daraus folgend die Konstruktion und Umsetzung dieser großes handwerkliches Können voraussetzt. Die einzelnen Rüstungsteile sind so gefertigt das sie sich untereinander sichern und verriegeln, wobei mehr als einhundert einzelne, schmale Platten die Beweglichkeit und den Schutz der Gelenkstellen sichern. Besonders die Stelle an denen sich die Gelenke befinden, sowie der Bereich des Gesäßes sind besonders Problematisch, da dort etwa 40 Platten übereinanderlaufen und so die Beweglichkeit des Rüstungsabschittes ermöglicht.

Rüstungen wie diese boten einen fast perfekten Schutz während eine Turnieres zu Fuß, hatten aber auch Nachteiel. Die Belüftung der Rüstung ist nur schwer zu gewähren, so das eigentlich nur die Luftgeben am Visier des Helmes diese Funktion übernahmen. Eine Folge der mangelnden Belüftung ist eine mögliche Überhitzung des Körpers, hoher Schweißaustritt und schnellere Erschöpfung durch den Mangel an frischer Luft. Desweiteren ist das Gewicht der Rüstung ein Problem, da sie fast das doppelte Gewicht einer normalen Fußrüstung erreicht. Daher waren diese Rüstungen nur für die verhältnismäßig kurzen Turniere geeignet und wurden nicht für den Einsatz im Krieg verwendet. Diese Rüstung Heinrich VIII. erreicht ein Gewicht von 42,6 kg (94lb) und hat eine Höhe von 1,88 m (6ft 2in). Da die Rüstung nicht fertiggestellt wurde ist auch keine Dekoration am Harnisch angebracht.

1962 stattete die NASA den Royal Armouries in London einen Forschungsbesuch ab, um diese Rüstung genau zu Untersuchen.Die NASA-Ingenieure legten besonderen Augenmerk auf die Gestaltung und Funktionsweise der Rüstung im Bereich des Gesäßes und der Oberschenkel. Die NASA arbeitzete zu dieser Zeit an der Entwicklung eines Anzuges für das Raumfahrtprogramm der U.S.A. und erhofften sich Ideen für dessen Konstruktion[1],[2].

Einzelnachweise

  1. Website der Royal Armouries London, (engl., eingesehen am 16. Dezember 2013
  2.  Graeme Rimer, Thom Richardson, John P. D. Cooper, Royal Armouries Museum in Leeds (England), Historic Royal Palaces: Henry VIII: arms and the man, 1509-2009. Royal Armouries, 2009, ISBN 9780948092626, S. 186, 272.

Literatur

  •  J. Hewitt: Official Catalogue of the Tower Armouries. London 1859, S. 9, II.23.
  •  Tower of London, Harold Arthur Lee Dillon Dillon (17th Viscount.): Illustrated Guide to the Armouries, Tower of London. H.M. Stationery Office, 1910, S. 192, II.22.
  •  J.G. Mann: Exhibition of Armour made in the Royal Workshops at Greenwich. cat no. 1 Auflage. London 1951.
  •  A.V.B. Norman and G.M. Wilson: Treasures from the Tower of London. cat. no. 2 Auflage. Norwich 1982.
  •  Ian Eaves: The Tournament Armours of King Henry VIII of England. Livrustkammaren, 1993, S. 14-15, fig.13.
  •  Carlo Paggiarino: The Royal Armouries, masterpieces of medieval and renaissance arms and armour. Hans Prunner, 2011, ISBN 9788895191027.

Weblinks


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