Harnisch Niklas III. von Salm-Neuburg

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Wappen derer von Salm-Neuburg

Der Harnisch Niklas III. von Salm-Neuburg (auch Nikolaus) ist eine deutsche oder niederländische Rüstung, die für Graf Niklas III. von Salm-Neuburg (*1503-†1555) (möglicherweise auch Nikolaus II. von Salm-Neuburg † 1550) im Jahre 1542 gefertigt wurde. Wahrscheinlich bestellte er die Rüstung für den sich anbahnenden Krieg gegen Frankreich 1542.

Beschreibung

Die Rüstung besteht aus einem geschlossenen Visierhelm, einem Ringkragen, eienem Brust- und Rückenpanzer, ganzen Armzeugen, Tassetten, Lederstiefeln und zwei Schwebescheiben.

Der Helm ist leicht eiförmig und mit einem zweiteiligen Visier versehen. Auf der rechten Visierseite ist ein Stift angebracht, der es ermöglicht das Visier auch mit behandschuhten Händen zu öffnen. Auf beiden Seiten des Visiers sind vielfache, runde Luftgeben angebracht. Die Sehschlitze sind breit und groß, ähnlich einer modernen Brille ausgeschnitten und über den Sehschlitzen ist ein Augenschirm angebracht, der zusammen mit dem Visier nach oben geschoben werden kann. Der Helmkamm ist mittelhoch und verläuft fast bis zum Nacken. An der Helmunterseite ist ein dreifach geschobener Ringkragen angebracht.

Der Brustpanzer ist nicht aus einem Stück getrieben, sondern besteht aus sieben einzelnen Geschüben, die beweglich untereinander verbunden sind. Brustpanzer dieser Fertigungsart nennt man entweder "ganzer Krebs", wenn der gesamte Brustpanzer geschoben ist, oder "halber Krebs", wenn nur ein Teil des Brustpanzers (3-4 Reifen) geschoben gefertigt ist. Eine andere Bezeichnung für diese Brustpanzerversion ist auch "Anime". Brustpanzer dieser Art kamen um 1520 für die leichte Reiterei auf, blieben jedoch nicht lange im Gebrauch, da die Geschübe eine Schwachstelle am Brustpanzer auftaten, die die Rüstung schwächte. Der Rückenpanzer ist meist ebenfalls geschoben. An der Unterseite sind vier Bauchreifen angehangen, ebenso wie Gesäßreifen am Rückenpanzer.

Die Tassetten sind zehnfach geschoben und beweglich mit den Kniepantern verbunden. Die Kniepanzer sind ober- und unterhalb des eigentlichen Kniepanzers ebenfalls zweifach geschoben.

Die Schulterpanzer (Achseln) sind fünffach geschoben und überlappen die Oberarmröhren fast bis zum Ellbogen. Die Ober- und Unterarmröhren sind durch den Ellbogenpanzer miteinander verbunden. Am Ellbogenpanzer sind ganze Ellbogenkacheln angebracht. Die Panzerhandschuhe sind mit Stulpen ausgestattet, die Handrückseite ist fünffach geschoben, die einzelnen Finger sind vielfach geschoben und daher sehr beweglich. Diese Art der Panzerhandschuhe werden auch als Fecht-Panzerhandschuhe bezeichnet.

Die Schwebescheiben sind rund und in der Mitte mit einer Art kleinem Schildbuckel versehen.

Dekoration

Die Dekoration der Rüstung besteht aus teilweisen Vergoldungen auf den Randbereichen der einzelnen Rüstungsteilen, aber auch an Teilen des Helmes wie dem Helmkamm, der im ganzen vergoldet ist. Ebenfalls vergoldet sind die Ränder der Sehschlitze, einzelne Geschübe des Brustpanzers, die Fläche auf den Ellbogenkacheln und die Vorderseite der Schwebescheiben.

An den Rändern der Brust ist ein Schriftzug eingraviert und anschließend mit Gold ausgelegt. Dieser lautet: MEMENTO MORI. A. D. 1542 D-NE / M. M. Q. PD-NE / M. M. Q. P. T. MI AM. / SALVABIMVR. RESPICE. FINEM. T. MI AM. / SALVABIMVR. RESPICE. FINEM also im gesamten:MEMENTO MORI. ANNO DOMINE 1542 DOMINE / MISERERE. MEI. QUE. PER. TUAM. MISERICORDIAM. / SALVABIMVR. RESPICE. FINEM . Am Kragen und auf dem Brustbereich befindet sich eine in Goldgravur angebrachte Darstellung der Collane (Ordenskette) des Ordens vom Goldenen Vlies, dessen Träger Nikolaus II. war[1].

Einzelnachweise

  1. Die Rüstung auf den Websites des Kunsthistorischen Museum Wien, (deut., eingesehen am 22.10.2015)

Literatur

  • Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, ISBN 978-3-201-00257-8, Seite 97 Abbildung 100, Seite 109 Abbildung 116
  •  Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses: Übersicht der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses. Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses, 1912, S. 206.


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