Kostümharnisch

Kostümharnisch nach Wendelin Boeheim

Der Kostümharnisch ist eine Variante der Rüstung, die im 16. Jahrhundert als eine Art "Modeerscheinung" hergestellt wurde.

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BeschreibungBearbeiten

Kostümharnisch maximilianischen Stils

Die Kostümharnische traten gegen 1520 in Erscheinung. Vereinzelte Ritter oder Adelige bestellten Harnische , die sich an die zeitgenössische Mode anlehnten. Bei den bekannteren Kostümharnischen wie die des Freiherrn Wilhelm von Roggendorf (*1481 - †1541) der um Jahr 1525 in Augsburg von dem berühmten Plattner Kolman Helmschmid geschaffen wurde, ist dies besonders deutlich zu sehen[1]. Die ganze Rüstung und vor allem die aufgebauschten Arme imitieren sehr deutlich das Kostum oder die Uniform, die in der damaligen Zeit von den Landsknechten getragen wurde[2]. Etwas später wurden auch andere Kostume als Vorbild genommen. Auch Turnier- und Kampfrüstungen für Pferd und den Kampf zu Fuß wurden auf den Kleidungsstil passend gearbeitet[3]. Diese Rüstungen wurden oft mit Maskenhelmen (auch "Schembart" oder "Teufelsschembart" genannt)getragen, die entweder mit einem grinsenden Gesicht oder einer Teufelsfratze ausgestattet waren.

Das Interesse für diese "Moderichtung" nahm schnell ab, und endete gegen 1547[4].

Landsknecht mit seiner Frau, von Daniel Hopfer, (ca. *1470-†1536)

EinzelnachweiseBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  •  Udo Friedrich, Matthias Müller, Karl-Heinz Spieß: Kulturtransfer am Fürstenhof: Höfische Austauschprozesse und ihre Medien im Zeitalter Kaiser Maximilians I., Band 9 von Schriften zur Residenzgeschichte, Band 9 von Schriften zur Residenzkultur. Lukas, 2013, ISBN 978-3-86732-155-6, S. 39.
  •  Germanisches Nationalmuseum Nürnberg: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums und Berichte aus dem Forschungsintitut für Realienkunde. 1960, S. 23.

WeblinksBearbeiten