Kunz Lochner

Rossharnisch von Kunz Lochner in den Livrustkammaren,Stockholm

Kunz Lochner auch Konrad,Conrad, Nachnahme auch Lachner (ca.*1510–† 19. August 1567)[1] war ein berühmter deutscher Plattner, Rüstungsdekorateurm Graveur und Ziseleur aus Nürnberg, der durch seine überragenden Arbeiten internationale Annerkennung fand[2].

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Harnisch im Metropolitan Museum, New Yorck, von Kunz Lochner

Kunz Lochner erlernte das Handwerk bei seinem Vater und zeigte eine hohe Begabung in der feinen Ausführung seiner Arbeiten, die ihm zu Äufträgen aus ganz Europa verhalfen. Er würde für seine Arbeiten, für den er den Kunststil des Manierismusverwendete, hoch geschätzt, da er eine sehr gute Leistung seiner Kunst durch eine Mischung von ornamentale- und figürlichen Arbeiten erreichte[3],[4].

In dem Buch "Kaiser Maximilian I. Und Albrecht Dürer in Nürnberg: Ein Gedenkbuch für die Theilnehmer und Freunde des Maskenzugs der Künstler in München am 17. Februar und 2. März 1840" von Rudolph Marggraff, Albrecht Dürer, Maximilian (Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.) steht vermerkt:

Zitat:"Neben ihm geht der meister der Schwertfeger, Kunz Lochner, von Natur mit feinen Gaben ausgestattet und ein fleissiger als ein geschickter Arbeiter. Er machte so köstliche Arbeit in Stahl und Eisen und trieb sie dermaßen künstlich, das sie der Arbeit, so von Silber gemacht ist, fast gleich kam. Erzherzog Maximilian, nachheriger Kaiser Maximilian II., verlieh ihm wegen seiner großen Geschicklichkeitund Kunst eine jährliche Pension. Eigentlich gehörte er zur jüngeren Generation, da er, wie Doppelmayr in seiner Nachricht vom Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern angibt, erst 1567 starb"[5]

Er arbeitete unter anderem für Ferdinand II. von Österreich (*1529-†1597), Kaiser Maximilian II. (* 31. Juli 1527 in Wien; † 12. Oktober 1576 in Regensburg), Sigismund Augustus II. von Polen (*1520-†1572), Fürst Nikolaus Czarny "dem Schwarzen" Radziwill (*1515-†1565), Johann Ernst, Herzog von Savoy-Coburg (* 10. Mai 1521 in Coburg; † 8. Februar 1553 ebenda), Wilhelm V. (* 29. September 1548 in Landshut; † 7. Februar 1626 in Schleißheim) von Bayern]], Gustav I. Wasa von Schweden (* Mai 1496; † 29. September 1560 in Stockholm).

Die bekanntesten und schönsten Werke die er schuf sind die Rüstung mit Rossharnisch, die er für Sigismund Augustus II. von Polen schuf und die später, gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch Schenkung in den Besitz der schwedischen Könige gelangte. Diese Rüstung wird heute in der Livrustkammaren in Stockholm aufbewahrt. Ebenso die Rüstung die er für Nikolaus Fürst Radzivil fertigte und die heute im Kunsthistorischen Museum Wien und zu Teilen in anderen Museen wie dem Metropolitan Museum New York ausgestellt ist.

Seine Meistermarke bestand aus einem Wappenschild, auf dem ein auf den Hinterbeinen stehender Löwe mit zwei Schwänzen abgebildet ist. Auf den von ihm gefertigten Rüstungen ist seine Marke meist in Verbindung mit dem Wappen von Nürnberg angebracht.

WerkBearbeiten






EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johann Neudörffer, Andreas Gulden, Nachrichten von den vornehmsten Künstlern und Werkleuten so innerhalb 100 Jahren in Nürnberg gelebt haben 1546, nebst der Fortsetzung von Andreas Gulden 1660, Verlag Campe, Nürnberg, 1828, Seite 19
  2. [1] Website des Metropolitan Museum New York, (engl., eingesehen am 25. September 2013)
  3. K.G. Saur Verlag GmbH & Company, Kraatz - Menge, Verlag Walter de Gruyter, 2006, Seite 500, ISBN 978-3-11-094027-5
  4. Manfred H. Grieb, Nürnberger Künstlerlexikon: Bildende Künstler, Kunsthandwerker, Gelehrte, Sammler, Kulturschaffende und Mäzene vom 12. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, Verlag Walter de Gruyter, 2007, ISBN 978-3-11-091296-8, [2]
  5. Rudolph Marggraff, Albrecht Dürer, Maximilian (Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.), Kaiser Maximilian I. Und Albrecht Dürer in Nürnberg: Ein Gedenkbuch für die Theilnehmer und Freunde des Maskenzugs der Künstler in München am 17. Februar und 2. März 1840, Verlag Campe, 1840, Seite 43

LiteraturBearbeiten

Rüstung des Fürsten Radziwill, Ätzmalereien von Kunz Lochner
  •  Johann Neudörffer, Andreas Gulden: Nachrichten von den vornehmsten Künstlern und Werkleuten so innerhalb 100 Jahren in Nürnberg gelebt haben 1546, nebst der Fortsetzung von Andreas Gulden 1660. Campe, Nürnberg 1828, S. 19.
  •  Bruno Thomas: Kaiser Ferdinands I. Harnisch von Kunz Lochner. Anton Schroll, 1953.
  •  Ortwin Gamber, Kunsthistorisches Museum Wien: Der Plattner Kunz Lochner: Harnische als Zeugnisse Habsburgischer Politk. Verlag Anton Schroll, 1986.
  •  Germanisches Nationalmuseum Nürnberg: Gothic and Renaissance Art in Nuremberg, 1300-1550. Metropolitan Museum of Art, 1986, ISBN 978-0-87099-466-1.
  •  Stuart W. Pyhrr, Donald J. LaRocca, Dirk H. Breiding: The Armored Horse in Europe, 1480-1620. Metropolitan Museum of Art, 2005, ISBN 978-1-58839-150-6.

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten


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