Leichtes Kriegscorselet Karl V.

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Ein Leichtes Kriegscorselet Karl V. ist eine leichte Kriegs- und Paraderüstung, die im Jahre 1543 von Desiderius Helmschmid in Augsburg gefertigt wurde.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rüstung besteht aus einer geschlossenen Sturmhaube mit verschiebbarem Bart, der als Paradehelm genutzt wurde, einem Kriegshelm in Form einer geschlossenen Sturmhaube mit einem ansteckbaren Gittervisier, einem Brust- und Rückenpanzer mit angearbeiteten Schulterpanzern, Ober- und Unterarmschienen, einem Schild, sowie Oberschenkel- Knie- und Unterschenkelschienen

Die Rüstung ist heute nicht komplett. Teile davon werden vermutlich in der Rüstkammer in Wien aufbewahrt. Die Rüstung wurde über einem starken Ledermantel getragen, über den zusätzlich noch ein Kettenhemd getragen wurde.

Die Helme[Bearbeiten]

Die Helme sind äußerst kunstvoll gestaltet. Der Paradehelm ist durch seine Verzierung und die Treibarbeiten praktisch als eine Adlermaske gestaltet worden. Die Helmkalotte ist im oberen Bereich rundlich gearbeitet, mit einem niedrigen Kamm versehen und mit Ätzarbeiten zu Federn gestaltet worden. Der vordere Bereich ist zu dem Kopf eines Adlers mit Augen und dem Oberkiefer mit Schnabel getrieben. Die Helmseiten sind glatt und mit Wangenklappen versehen. Der abnehmbare und in der Höhe verschiebbare Bart ist glatt und im Augenbereich so getrieben, das er den Eindruck eines Unterkiefers macht. Die Dekorationen sind geätzt und anschließend mit Gold ausgelegt. Vom Ansatz der Federn auf den Seiten sind die Beine des Adlers zum Bart hin geätzt. Die gebogenen Klauen sitzen auf dem Visier und erwecken den Eindruck als wenn sie den Bart halten. Zwischen den Klauen ist mittig auf dem Helm das Wappenschild Karl V. angebracht. Schnabel, Eappenschild, Beine und Klauen sind vergoldet.

Der Kriegshelm ist ebenfalls eine Sturmhaube, die mit einem abnehmbaren Gittervisier ausgestattet ist, das nicht in der Art eines Bartes gefertigt ist. Der Helm besitz einen niedrigen Kamm, sowie einen Aufsatz auf Kalotte und Kamm, der in der Form eines Adlerkopfes gefertigt ist. An den Seiten dieser Auflage ist die Figur eines Delphins ausgearbeitet, dessen Schwanz über die Helmrückseite läuft und dort einen Teil des Visierscharniers bildet. Die Auflage ist so gearbeitet, das der Schnabel eine Verbindung mit dem Gitter hat. Zwischen Auflage und Gittervisier sitzen die Augenöffnungen. Das Gittervisier besteht aus fünf vertikalen- und fünf horizontalen Balken. Teile des Gitters und die gesamte Auflage oben auf dem Helm sind vergoldet.

Brustpanzer, Armschienen, Schild[Bearbeiten]

Der Brustpanzer ist als Anime gearbeitet und verläuft von der Brust zur Taille spitz zulaufend. Die Schulterpanzer sind mit dem Brustpanzer fest verbunden. Die einzelnen Metallbänder auf der Brust sind mit Nieten verbunden, sie mit einem großen, runden Kopf versehen sind. Die Schulterpanzer sind aus zwei übernanderliegenden, an den Außenseiten mit halbkreisförmigen Auswölbungen versehen.

Die Armschienen bestehen aus Ober- und Unterarmschiene sowie der dazwischenliegenden Kachel. Sie werden mit Lederriemen am Arm fixiert. Die Außenseite ist mit einem Blatt- und Rankenmuster getrieben und anschließend vergoldet.

Das Schild ist ungewöhnlich gearbeitet. Die Außenränder sind gewellt gearbeitet. Sie laufen im unteren Bereich zu zwei kurzen, gebogenen Spitzen zusammen. In der Mitte der beiden Spitzen befindet sich eine Dritte, längere Spitze. In der Schildmitte ist ein leicht lächelndes Gesicht ausgetrieben, das von einem geätzten oder gravierten Blumen und Rankenmuster umgeben ist. Das Muster läuft auch um den gesamten Schildrand herum, der zusätzlich mit vergoldeten Nieten versehen ist. Die Innenseite ist mit rotem Stoff ausgekleidet[1].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Calvert Frederick, Spanish Arms and Armour, Being a Historical and Descriptive Account of the Royal Armoury of Madrid, Verlag BiblioBazaar, LLC, 2009, Seite 98-99,Tafel 103, 141, Tafel 103-104, ISBN 978-1-110-30831-6

Literatur[Bearbeiten]

  •  Auguste Demmin: Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwickelung von der Steinzeit bis zur Erfindung des Zündnadelgewehrs: ein Handbuch der Waffenkunde. Seemann, 1869, S. 455 (engl.).

Weblinks[Bearbeiten]


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