Pfeifenharnisch

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Knaben-Kostümharnisch von Kaiser Karl V. Sohn des Philipp von Habsburg, Ausführung als Pfeifenharnisch, hergestellt von Hans Rabeiler gen. Pair, um 1511-1512

Ein Pfeifenharnisch auch franz.armure cannelée ist eine Weiterentwicklung des Riefelharnischs, bzw. des Maximilianharnischs. Man bezeichnet diese Rüstungen auch als "kannelierte Rüstungen[1].

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Pfeifenharnische entstanden etwa gegen 1500-1530. Im Gegensatz zu den Rifelharnischen, bei dem die Riefel aus dem Metall getrieben sind, sind die sogenannten Pfeifen eine Art hohl getriebene Schienen oder halbe Röhren, die auf der Rüstung befestigt wurden. Da sich schon bei den Riefelharnischen herausstellte das durch die Kannelierung der Schutz erhöht wurde ohne das die Rüstungen schwerer wurden, versuchte man diese Effekt noch zu erhöhen in dem man die Pfeifen nutzte.

Es gelang auch durch die Verwendung dieser Pfeifen den gewünschten Effekt zu erzielen, aber die Preise für diese Rüstungen war immens. Der höhere Preis, im Gegensatz zu einer blanken Rüstung, erklärte sich durch den Arbeitsaufwand und die benötigte Zeit die wie beim Riefelharnisch auch den Preis in die Höhe trieb aber im Vergleich nur geringe Vorteile brachte[2]. Man erkennt den Unterschied zum Riefelharnisch leicht, da die Riefelharnische sehr feine Riefel oder Rillen besitzt, während die Pfeifen wesentlich dicker umd breiter gearbeitet sind. Die Pfeifen können horizontal oder auch vertikal angebracht sein. Durch den Aufsatz der Pfeifen entstand eine weitere Art der Harnische, die Kleidung der Landsknechte nachahmte.

Um 1530 ging das Interesse an den Harnischen zurück[3] und es wurden immer weniger gewünscht.

Heute sind nur noch wenige erhalten und gesuchte Kunstwerke und Sammlerstücke.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Baedeker, Schweden, Norwegen: die Reiserouten durch Dänemark nebst Island und Spitzbergen, Ausgabe 13, 1914
  2. Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 153, ISBN 978-3-201-00257-8
  3. Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 153, ISBN 978-3-201-00257-8

Literatur[Bearbeiten]

  •  Verein für Historische Waffenkunde: Zeitschrift für historische Waffenkunde, Band 8. Verein für historische Waffenkunde, 1918, S. 396.
  •  Ludwig Beck: Die Geschichte des Eisens in technischer und kulturgeschichtlicher Beziehung: abt. Das XVI. und XVII. Jahrhundert. Mit 232 eingedruckten Abbildungen. 1893-95. F. Vieweg und Sohn, 1895, S. 352.
  •  Robert Coltman Clephan: he Defensive Armour and the Weapons and Engines of War of Mediæval Times: And of the "Renaissance".. W. Scott, 1900, S. 66, 234.

Weblinks[Bearbeiten]


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