Pompeo della Cesa

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Feldrüstung einer Garnitur von Pompeo della Cesa im Higgins Armory-Museum

Pompeo della Cesa oder auch Chiesa (* 1537; †02.03.1610 in Mailand), war ein italienischer Plattner, Treibarbeiter und Tausierer .

Leben[Bearbeiten]

Gemälde Vincenzo I. Gonzagas, des Herzogs von Mantua aus dem Jahr 1600. Er trägt hier mit hoher Wahrscheinlichkeit die Rüstung die von Pompeo della Cesa gefertigt wurde

Der jugendliche Pompeo della Cesa lebte ende Mai 1560 in Mailand nahe der Porta Comasina, was dokumentiert ist. Der Name seines Vaters war Vincenzo. Seim Wohnort lag in der Gemeinde Santa Maria Segreta, nahe der Mailänder Waffenschmieden. Es wird vermutet das er dort für den Rüstungsschmied Giovani Pietro da Ferno arbeitete. Um 1570 erwarb Pompeo selbst den Meisterbrief.

Als vermutlich erste bekannte eigene Arbeit stellte er 1586 eine Rüstung für Allesandro Farnese (* 27. August 1545 in Rom; † 3. Dezember 1592 in Arras), dem Herzog von Parma her und 1592 eine Rüstung für Vincenzo I. Gonzaga (* 22. September 1562 in Mantua; † 18. Februar 1612 ebenda), den Herzog von Mantua. Dies ist nachweisbar, da die Abrechnungen noch schriftlich erhalten sind im gleichen Jahr erhielt er eine Einladung an den Hof Philip II. von Spanien (* 21. Mai 1527 in Valladolid; † 13. September 1598 im Palast El Escorial bei Madrid), der gleichzeitig auch der Herzog von Mailand war.

Rüstung von Pompeo della Cesa in der Higgins Armory

Aufgrund seiner ausgezeichneten Arbeiten gab es nur wenige berühmte Adelige seiner Zeit die nicht eine Rüstung von ihm besaßen. Zu seinen Kunden gehörten unter anderem: der Herzog von El Infantado, Francesco I. de’ Medici (* 25. März 1541 in Florenz; † 19. Oktober 1587), Juan Manuel Fernández Pacheco (* 8. September 1650 in Marcilla, Navarra ; † 29. Juni 1725 in Madrid), dem 5. Herzog von Escalona und eine Mitglied der Borromeo Familie, vermutlich Renato II. Borromeo (* 27. August 1613 in Mailand; † 1. Mai 1685 ebenda), der Herzog von Savoyen Emanuel Philibert (* 10. April 1480 in Pont-d’Ain; † 10. September 1504 ebenda), des Großherzogs der Toskana Ferdinando I. de Medici (* 30. Juli 1549 in Florenz; † 7. Februar 1609 in Florenz). Vermutlich arbeitete er ebenfalls für für Sir Henry (* 1538; † 19. Januar 1601) oder Sir William Herbert (* 1501; † 17. März 1570), die ersten und zweiten Earls of Pembroke (Zehnte Verleihung (1551).


Gegen Ende des 16. Jahrhunderts, etwa ab dem letzten Viertel, gewannen die norditalienischen Rüstungsschmiede einen immens guten Ruf, da deren Kunstfertigkeit in der Herstellung von volldekorierten Rüstungen hervorragend und zu dieser Zeit kaum zu übertreffen war[1]. Pompeo della Cesa benutze als Beschlagzeichen eine Krone mit darunter zwei gekreuzten Schlüsseln. Außerdem war an der Rüstung, im Dekor eingearbeitet eine Platte angebracht, die eine gerüstete Figur mit Helm,Flügeln, antiker Kleidung und einer Art Trompete in der linken-, sowie eine Art Blitz in der rechten Hand zeigt. Darunterstehend befindet sich der Schriftzug "POMPE" (siehe Weblink Nr.1).[2] Als weitere Signatur ist ein an den Enden aufgerolltes Band bekannt, das von zwei Putten getragen wird. Im inneren der bekannte Schriftzug "Pompe".


Von seinen Arbeiten haben sich viele erhalten und sind heute in bekannten Sammlungen ausgestellt, unter anderem im Metropolitan Museum of Art, New York, der Armeria Real de Madrid, der Royal Armory Turin, dem Piccoli grandi Musei, Florenz, dem Museo Poldi Pezzoli, Mailand und der und der Wallace Collection in London. Weltweit sind etwa noch 40 seiner Arbeiten erhalten[3]

Pompeo della Cesa verstarb am 21. März 1610 in seinem Haus nahe der Porta Romana in Mailand.

Werk[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lionello Giorgio Boccia, DELLA CESA (Dalla Cesa, Della Chiesa), Pompeo, Dizionario Biografico degli Italiani, Volume XXXVI (1988), Istituto dell'Enciclopedia italiana Treccani
  2. Biografie della Cesas bei Enciclopedia Italiana Treccani, (ital., vollständig einsehbar, aufgerufen am 11. April 2013)
  3. Pressemitteilung des Auktionshauses Fischer Aufgrund der Versteigerung einer Rüstung della Cesas (PdF-Datei, deutsch, vollständig einsehbar, aufgerufen am 11. April 2013)

Literatur[Bearbeiten]

  • Mariella Utili, Museo di Capodimonte,Guide ai musei, Verlag Touring Editore, 2002, Seite 216, ISBN 9788836525775
  • Alan Williams, The Sword and the Crucible: A History of the Metallurgy of European Swords Up to the 16th Century, Verlag BRILL, 2012, Seite 212, ISBN 9789004227835
  • Yaacov Lev, War and Society in the Eastern Mediterranean, 7Th-15th Centuries, Verlag BRILL, 1997, Seite 372, ISBN 9789004100329

Weblinks[Bearbeiten]


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