Prunkgarnitur Christian II.von Sachsen

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Rüstung des sächsischen Königs Christian II. in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden

Die Prunkgarnitur König Cristian II von Sachsen, auch Goldene Rüstung oder Herkulesrüstung gilt als am besten gearbeitete Rüstung die je hergestellt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Plattner, der diese Rüstung hergestellt hat ist nicht bekannt. Es gilt jedoch als gesichert, das der holländische Goldschmied Eliseus Libaerts 1562 die Gestaltung und teilweise Ausführung der Ornamente übernahm.

Die Rüstungsgarnitur wurde ürsprünglich für den schwedischen König Erik XIV. hergestellt, der diese wohl für seine Hochzeit, er plante eine Verbindung mit der englischen Königin Elisabeth I. (* 7. September 1533 in Greenwich; † 24. März 1603 in Richmond), bestellte. Beides, die Heirat mit Elisabeth, sowie die Lieferung der Rüstungen schlugen fehl. Er bekam diese Rüstung nie zu Gesicht, da Libaerts auf der Reise zum schwedischen Hof zur Übergabe dieser und einer weiteren Prunkrüstung, auf Befehl des dänischen Königs Friedrich II. bei der Reise durch Dänemark überfallen wurde. Zu dieser Zeit befanden sich Schweden und Dänemark im Krieg (Dreikronenkrieg).

Erst 40 Jahre später wurde die Rüstung wieder zum Kauf angeboten. Unter Mithilfe und Vermittlung des Nürnberger Goldschmiedes Heinrich Knopf verkaufte man die Garnitur an Kurfürst Christian II. von Sachsen (* 13. Dezember 1533 auf der Burg Tre Kronor in Stockholm; † 26. Februar 1577 in Örbyhus bei Uppsala) zum Preis von 8800 Gulden, inclusive der zweiten Rüstung.

Bei der Trauerfeier zum Tode von Christian II. wurde diese Garnitur als "Freudenharnisch" benutzt.

Heute befinden sich beide Rüstungen in den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden. Sie ist eine der sogenannten "Kerkulesrüstungen", die Motive aus der Herkulessage als Dekor tragen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Christian II. von Sachsen

Die gesamte Oberfläche der Garnitur ist verziert. Selbst kleine Leerräume wurden ausgenutzt um Libaerts Entwurf umzusetzen. Sämtliche Dekorationen sind entweder vergoldet oder aber versilbert. Hierbei wurde auf einen guten Kontrast der jeweiligen Farben geachtet. Das Hauptmotiv des Harnischs und des Rossharnisch stellen die 14 Taten oder Aufgaben des griechischen Helden und Halbgottes Hercules, sowie die Geschichte des trojanischen Krieges und der Argonautensage dar. Die Darstellungen dieser Taten befinden sich, auf beiden Rüstungsteile verteilt, auf der gesamten Rüstung. Es handelt sich um runde- bis rundovale silberne Platten, die in die Ornamentik integriert sind. Hierbei sind die Taten des Herkules auf den Rossharnisch beschränkt, während der Harnisch des Reiters mit Szenen aus dem trojanischen Krieg und der Argonautensage geschmückt ist.

Die anderen Dekorationen bestehen aus den geätzten Darstellungen von Vögeln, Schlangen, Schmetterlingen, Greifen, Spingen, Delphinen, Masken, Blütenranken und Früchtegruppierungen. Sie sind unter anderem in runden und ovalen Rahmen angeordnet. Alle Dastellungen sind von einem Rankenmuster, das mit Blüten und Blättern versehen ist umgeben. Die nach innen liegenden Teile der Rüstung, ob zum Körper des Reiters oder zum Pferd hin, sind mit rotem Samt ausgeschlagen.

Die gesamte Garnitur ist ein reines Paradestück das nicht zum Kampf geeignet ist. Sie dient ausschliesslich dekorativen- und repräsentativen Zwecken.[1], [2]

Bilder der Rüstung[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arbeit über historische Prunkrüstungen, unter anderem auch dieser bei Online Media der Universität Marburg
  2. Dresdner Rüstkammer. Historisches Museum. Meisterwerke aus vier Jahrhunderten, Leipzig 1992, S. 39f.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Schöbel, Prunkwaffen: Waffen und Rüstungen aus dem Historischen Museum Dresden, 5. Auflage, Verlag Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1985, Seite 29-30, 48-51
  • Alan R. Williams, The knight and the blast furnace: a history of the metallurgy of armour in the Middle Ages & the early modern period, Verlag BRILL 1976, Seite 715, ISBN 978-90-04-12498-1

Weblinks[Bearbeiten]


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