Rüstung Louis XIII.

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Louis XIII. in der beschriebenen Rüstung, Gemälde von Simon Vouet (* 9. Januar 1590 vermutlich in Paris; † 30. Juni 1649 ebenda)

Die Rüstung Louis XIII. (* 27. September 1601 in Fontainebleau; † 14. Mai 1643 in Saint-Germain-en-Laye) ist eine französische Rüstung, die um 1630-1640 für Louis XIII. eigentlich Louis von Bourbon, von 1610 bis 1643 König von Frankreich und Navarra, auch "Louis le Juste" (deutsch: Ludwig der Gerechte) genannt, gefertigt wurde. Es gibt mehrere Rüstungen, die im gleicher, oder sehr ähnlicher Art und Dekoration gefertigt wurden, wie eine Rüstung mit einem europäischen Rossharnisch, eine Musketierrüstung, sowie die hier beschriebene Dreiviertelrüstung. Ebenfalls existieren unterschiedliche Helme, was die Vermutung zulässt, das es sich um Teile einer Rüstungsgarnitur handelt.

Die gleich dekorierte Rüstung auf dem dazugehörigen Rossharnisch

Beschreibung

Die Rüstung besteht aus einer offenen Sturmhaube, einem Brust- und Rückenpanzer, ganzen Armzeugen, Panzerhandschuhen sowie Tassetten.

Die Sturmhaube ist mit beweglichen Wangenklappen versehen sowie mit einem Augenschirm und einem niedrigen Helmkamm, sowie einem langen, vierfach geschobenen Nackenschutz.

Auf der Vorderseite ist ein verstellbares Naseneisen angebracht, das bis zur Höhe des Kehlkopfes reicht. Der Augenschirm ist nach vorn ragend spitz ausgearbeitet, bildet ein aufgerolltes, schmales Dekor und dient auch als Träger für das Naseneisen. Der Nackenschutz ist tief ins Genick herabreichend und liegt fast auf den Schultern auf. Er ist so gearbeitet, das er mit den geschlossenen Wangenklappen eine Einheit bildet, damit der Schutz der Kopfseiten gewährt ist. Das untere Ende des Nackenschutzes ist, wie auch der Augenschirm spitz zulaufend und mit einem dünnen, gerollten Dekor versehen. Am hinteren Helm ist eine Hülse für die Aufnahme eines Helmbusches angearbeitet.

Die beiden Armzeuge besitzen geschobene Schulterpanzer, wobei der rechte Panzer ein wenig größer ist als der Linke. Die Oberarmröhren sind vierfach geschoben und durch ein Drehgelenk mit den Ellbogenpanzern (Ellbogen- oder Armkacheln) verbunden. Die Ellbogenpanzer sind ebenfalls mit einem Drehgelenk mit den Unterarmröhren verbunden, womit eine wesentlich bessere Beweglichkeit gewährt wurde. Die Unterarmschienen sind zweiteilig und können nach dem Anziehen verriegelt werden. Beide Armröhren für Ober- und Unterarm sind rundherum geschlossen. Die Panzerhandschuhe sind ebenfalls durch ein Drehgelenk mit den Unterarmröhren verbunden und ohne Finger ausgeführt. Der Handrücken ist fünffach geschoben.

Der Brust- und Rückenpanzer ist äußerst massiv aus einem Stück getrieben. Die Tassetten reichen bis unterhalb der Knie und sind zwanzigfach geschoben, wobei das letzte Geschübe breiter gearbeitet ist und den Kniepanzer bildet. Die Tassetten sind durch Lederriemen mit den beiden Bauchreifen des Brustpanzers verbunden.

Dekoration

Die Dekoration ist Unterschiedlich. Alle Geschübe an Helm, Armzeugen und Tassetten sind am Rand mit einem wellenförmigen Muster versehen, wobei auf jeder Wellenspitze und jedem Wellental eine Fleur-de-Lis angebracht sind. Der Helm ist im unteren Bereich, an den Wangenklappen und dem Nackenschutz dicht mit versilberten Nieten besetzt. Im Bereich der oberen und seitlichen Kalotte ist ein Pflanzenmuster ausgearbeitet. Dargestellt sind mehrere Pflanzen mit löffelförmigen Blättern. Zwischen den Blättern sind Stengel mit einem runden Ende angebracht, die wohl die Fruchtstände darstellen sollen.

Auf den Wangenklappen, den Ellbogenpanzern, der Vorderseite der Schulterpanzer sowie auf den Kniepanzern sind die Fleur-de-Lis als Blüten oder Rosetten angeordnet, wobei die Fleur-de-Lis auf den Blättern der Blüten oder Rosetten angeordnet sind. Alle Darstellungen der Fleur-De-Lis sind vergoldet.

Die hier beschriebene Rüstung ist für ihre Zeit äußerst massiv gearbeitet und so gestaltet das sie als kugelfest galt. Nachweisbar auch an der Beschussprobe auf der linken Brustseite. Die Rüstung hat, so wie sie hier dargestellt ist ein Gewicht von 26,78 Kg.[1], [2]

Einzelnachweise

  1. Die Rüstung auf der Website des Musee de le Armee, Paris, (franz. eingesehen am 15.10.2015)
  2. Vergrößerung der Helmdekoration bei maximaphiles-francais

Weblinks


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