Rüstung Wilhelm I. von Hessen-Kassel

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Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel

Die Rüstung Wilhelm I. von Hessen-Kassel ist eine deutsche Rüstung, die von dem berrühmten Plattner Wolfgang Großschedel (* um 1490-†1562 Landshut) in Landshut gefertigt wurde. Die Dekore wurden von einem Meister mit dem Namenskürzel "E.S." geschaffen. Die Rüstung wurde 1529 ursprünglich als Teil einer Rüstungsgarnitur gefertigt, die aber heute nicht mehr erhalten ist. Er wurde in eine Gruppe von acht restaurierten Harnischen eingegliedert die als Garnitur fungierten. Um 1805 wurden moderne Ergänzungen von dem deutschen Kupferstecher , Kunsthändler und Verleger Abraham Wolfgang Küfner (* 1760 in Betzenstein; † 1817 in Ingolstadt) auch Küffner vorgenommen und die Rüstung wurde im Anschluß an Wilhelm I. von Hessen-Kassel verkauft. Dieser nutzte die Rüstung für seine Rüstkammer in seinem Schloss Löwenburg in Kassel.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rüstung ist als Riefelharnisch für das Turnier gestaltet. Er besteht aus einem Visierhelm, Ringkragen, Brust- und Rückenpanzer, komlettem Armzeug, vier Bauch- und Gesäßreifen und ganzem Beinzeug. Der Helm, der mit einfachem Klappvisier versehen ist, ist im Nackenbereich mit einem leicht nach oben gebogenen Nackenschild ausgestattet. Das Visier ist mit zehn vertikalen Luftgeben versehen und auf der rechten Seite mit einem Hebel, der ein öffnen des Visiers auch mit behandschuhten Händen erlaubt. Der Helmkamm ist niedrig gehalten.

Das Armzeug hat große Brechränder rechts und links, wobei die rechte Achsel (Schulterpanzer) kleiner als der linke ist, da sie einen Ausschnitt am Achselbereich besitzt, der für den Schaft der Turnierlanze mehr Platz bietet. Ober- und Unterarmröhren sind geschlossen, im Oberarmbereich geschoben und mit Ellbogenkacheln an der Außenseite der Ellbogen versehen. Die Panzerhandschuhe bestehen aus mehrfach geschobenen Hentzen mit beweglichen, separaten Daumenpanzern.

Der Brust- und Rückenpanzer ist in der üblichen Form gestaltet und ohne Mittelgrat auf der Brust gearbeitet. Er ist stark tailliert und am unteren Ende mit vier Bauchreifen versehen.

Die Tassetten sind mit Lederriemen und Schnallen an den Bauchreifen beweglich befestigt. Die eigentlichen Tassetten bestehen nur aus einer Platte und reichen bis auf den Oberschenkel.

Die Beinröhren sind am Oberschenkel nach hinten offen und ebenfalls geriefelt. Die Kniepanzer sind am oberen und unteren Ende jeweils zweifach geschoben. Die Kniepanzer selbst sind mit Kniekacheln versehen. Die Unterschenkelröhren sind ebenfalls nach hinten geöffnet und an die vielfach geschobenen, im Vorderbereich verbreiterten Eisenschuhe beweglich angenietet.

Die Dekorationen bestehen aus figürlichen Darstellungen, die auf den breiteren Bändern zwischen der Riefelung abwechselnd angebracht sind. Ursprünglich war der Harnisch gebläut oder geschwärzt, wodurch die Gravuren gut zu sehen waren. In der heutigen polierten Version sind sie schwer zu erkennen. Ein Teil der Gravuren wurde wohl von Abraham Wolfgang Küfner ergänzt, renoviert oder auch neu hinzugefügt. Viele Außenränder der einzelnen Rüstungsteile wie Brust- und Rückenpanzer, Schulterpanzer, Hentzen und Kacheln sind seilförmig ("geseilt") gestaltet[1].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Rüstung auf den Websites des Philadelphia Museum of Art, (engl., eingesehen am 23. Februar 2015)

Weblinks[Bearbeiten]


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