Rüstung des Ferrante Gonzaga

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Ferrante di Francesco II. Gonzaga Gustalla

Die Rüstung des Ferrante Gonzaga ist eine italienische Rüstung die für Ferrante di Francesco II. Gonzaga Gustalla (* 28. Januar 1507 in Mantua; † 15. November 1557 in Brüssel) etwa um das Jahr 1540, vermutlich in Norditalien gefertigt wurde. Gonzaga war von 1523-26 am Hof Kaiser Karls V. und nahm 1527 am sogenannten “Sacco di Roma” , der Plünderung Roms teil. Danach stieg er zum Oberbefehlshaber der Armee Karl V. auf und war von 1535-46 Vizekönig von Sizilien Während seiner militärischen Karriere nahm er an fast allen Feldzügen teil, wie u.a. 1535 in Tunis, 1541 in Algier und 1543 in Flandern. 1546 wurde er Statthalter von Mailand. Im Jahre 1557 starb er nach der Schlacht von St. Quentin und einem Sturz vom Pferd in Brüssel. Er wurde in der Kathedrale von Mailand beigesetzt.

Beschreibung

Die Rüstung ist im heutigen Erhaltungszustand eine sogenannte "halbe Rüstung". Ob früher noch Beinzeuge dazugehörten ist nicht bekannt. Der Helm ist ein geschlossener Visierhelm mit zweiteiligem Visier. Auf beiden Seiten ist das Visier mit vielen Luftgeben in runden- und streifenförmigen Ausschnitten ausgestattet. Auf der rechten Visierseite ist ein Stift angebracht, der es ermöglicht das Visier auch mit behandschuhten Händen zu öffnen. Auf dem Helm ist oben ein Helmkamm ausgearbeitet, der wellenförmig gearbeitet ist und bis zum Nacken läuft. Am unteren Ende ist ein zweifach geschobener Ringkragen befestigt.

Der Brustpanzer ist als Tapulbrust geformt und mit einer schmalen Taille versehen. Die Arm- und Kopfausschnitte sind am Rand seilartig geformt (geseilt). Auf der Brustmitte ist ein leichter vertikaler Grat zu sehen. Am unteren Rand sind drei geschobene Bauchreifen angebracht, an denen die vierfach geschobenen Tassetten angehangen sind. Der Rückenpanzer ist flach, dem Körper angepasst gearbeitet.

Die Armzeuge haben an den Schulterpanzern (Achseln) hohe Brechränder und sind asymetrisch gearbeitet, wobei wie meist üblich die linke Schulter wesentlich größer gearbeitet als die Rechte. An der linken Achsel ist ebenfalls die Vorderseite, der sogenannte "Vorderpflug" wesentlich größer gestaltet und vierfach geschoben. Der Brechrand ist ebenfalls länger und auch höher konstruiert. Die Vergrößerung der linken Schulterpanzerung ist so groß, das die Unterseite fast bis zur Taille reicht. Die rechte Achsel ist nicht geschoben. Die Oberarmröhren sind durch ein Drehgelenk mit den Schulterpanzern verbunden und an dem Ellbogenpanzer angenietet, ebenso wie die Unterarmröhren, wodurch eine bewegliche Einheit entsteht. Der Ellbogenpanzer ist ebenfalls am oberen und unteren Rand geschoben und mit einer geschlossenen Ellbogenkachel versehen. Der gesamte Armpanzer ist auf der Innenseite geschlossen wodurch keine offenen Schwachstellen entstehen.

Die Panzerhandschuhe sind mit hohen Stulpen versehen und auf der Handrückseite geschoben gearbeitet. Die Finger sind einzeln ausgearbeitet und vielfach geschoben. Die Ausführung entspricht einem Fecht-Panzerhandschuh wodurch eine hohe Beweglichkeit der Hand gegeben ist.

Dekoration

Die Dekoration besteht aus den vergoldeten Rändern der einzelnen Rüstungsteile, wobei bei fast allen Teilen an dem vergoldeten Außenrand ebenfalls Nieten angebracht sind, die auch vergoldet wurden[1].

Einzelnachweise

  1. Die Rüstung auf der Website des Kunsthistorischen Museum Wien, (deut., eingesehen am 20.10.2015)

Weblinks


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