Rüstung des Lazarus von Schwendi

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Denkmal des Lazarus von Schwendi in Colmar, von Frédéric Auguste Bartholdi (1834-1904)

Die Rüstung des Lazarus von Schwendi ist eine Rüstung, die für Lazarus von Schwendi, Reichsfreiherr von Hohenlandsberg (* 1522 in Mittelbiberach; † 28. Mai 1583 im Schloss zu Kirchhofen, Gemeinde Ehrenkirchen, Breisgau) gefertigt wurde. Von Schwendi war Diplomat, Staatsmann, kaiserlicher Feldhauptmann und General in Diensten der gamaligen Herrscher Kaiser Karl V., Philipp II., Maximilian II. und Ferdinand I.. Er galt als einer der berühmtesten Soldaten seiner Zeit. Er kämpte unter anderem im Schmalkaldischen Krieges, den Schlachten von Saint-Quentin 1557 und Gravelines 1558, bei der Schleifung von Burg Grimmenstein in Gotha, 1547, war erster Kommandeur der Festung Philippeville und gegen die osmanische Armee sowie gegen Johann Sigismund Zápolya (Johann II. von Ungarn).

Beschreibung

Die Rüstung wurde in Braunschweig um 1550 geschlagen. Sie ist wie die typischen Kavallerierüstungen der Entstehungszeit gefertigt.Die Bestandteile sind eine schwere Sturmhaube, ein abschlächtiger Bart, Brust- und Rückenpanzer, ganzes Armzeug und lange Tassetten.

Die Sturmhaube ist mit einem mittelhohen Helmkamm versehen, sowie mit einem leicht nach oben verlaufenden Augenschirm und Wangenklappen. Der ansteckbare Bart des Helmes ist groß und weit nach vorn laufend gearbeitet, sowie dreifach geschoben. Die Unterseite des Bartes läuft unter den Brustpanzer. Am hinteren Ende ist eine Federhülse für einen Helmbusch angesetzt. Am oberen Bart sind auf jeder Seite zwei Schlitze ausgearbeitet, die als Sichthilfe und Luftgeben bei angestecktem Visier dienen.

Der Brustpanzer ist in der Art einer Tapulbrust gefertigt und mit einem verzierten und geschwungenen Halsausschnitt gefertigt.

Die Achseln (Schulterpanzer) sind ohne Brechrand gearbeitet und im unteren Bereich der zu den Oberarmröhren führt, vierfach geschoben. Die Oberarmröhren sind durch Drehgelenke mit den Achseln verbunden. Ober- und Unterarmröhren sind durch Ellbogenkacheln miteinander verbunden und rundherum geschlossen.

Die Panzerhandschuhe sind mit Stulpen versehen und vielfach, so etwa die gesamten Finger, geschoben, womit sie einen Fecht-Panzerhandschuh bilden.

Die Tassetten sind vielfach geschoben und reichen bis kurz unterhalb der Knie.

Dekoration

Die gesamte Rüstungsdekoration ist als schwarz-weiß gestaltet. Die Rüstung wurde zuerst komplett geschwärzt. was in diesem Fall mit einem schwarzen Lack geschah. Danach wurden die Dekorationen aus dem Metall herausgraviert und poliert, auf diese Weise entsteht der schwarz-weiße Kontrast.

Die Dekorationen bestehen aus Bändern, die horizontal und vertikal auf den einzelnen Rüstungsteilen verlaufen. Fast alle Einelteile der Rüstung sind an ihrem Außenrand mit einem dieser Bänder versehen. In den Bändern sind florale Muster ausgearbeitet, die aus Blättern, Ranken und Akanthus-Ornamenten gestaltet sind. Auf beiden Vorderpflügen (Vorderseite der Schulterpanzer) ist je ein großes Blattmotiv ausgearbeitet.

Die Rüstung wird heute im Kunsthistorischen Museum Wien aufbewahrt[1].

Einzelnachweise

  1. Die Rüstung auf den Websites des Kunsthistorischen Museum in Wien, (deut., eingesehen am 26. Fevruar 2015)

Literatur

  •  Wilhelm von Janko: Lazarus Freiherr von Schwendi. 1871, S. 142.
  •  Adolf Eiermann: Lazarus von Schwendi, Freiherr von Hohenlandsberg, ein deutscher Feldoberst und Staatsmann des XVI.: Jahrhunderts. Neue Studien. F.E. Fehsenfeld, 1904.

Weblinks


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