Rüstung des Roberto Sanseverino d'Aragona

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Rüstung des Roberto da Sanseverino

Die Rüstung des Roberto Sanseverino d'Aragona ist eine italienische Rüstung, die etwa um 1485 für Roberto Sanseverino d'Aragona (*1418 – †10 August 1487),Graf von Colorno, Graf von Caiazzo von einem unbekannten Meister gefertigt wurde. Da Sanseverino war ein italienischer Kriegsheld, der unter anderem an den Schlachten von Molinella, Planta, den Burgunderkriegen, dem Krieg um Ferrara und der Schlacht von Calliano teilnahm. In der Schlacht von Calliano, als Führer der venetianischen Truppen gegen die Truppen Sigismunds von Habsburg () am 10. August 1487 wurde er verwundet, viel in den Fluss Etsch und ertrank. Sein Körper wurde von den eigenen Truppen geborgen und nach Trient gebracht und in der dortigen Kathedrale beigesetzt. Später erfolgte seine Umbettung nach Mailand. Die Rüstung gelangte später in die Sammlungen Maximilian I. und so in die des Kusthistorischen Museum in Wien, jedoch ohne den Helm[1].

Beschreibung[Bearbeiten]

Gedenkplatte Robert de Sanseverinos in der Kathedrale von Trient. Er trägt die beschriebene Rüstung, an der auch noch andere Bestandteile zu sehen sind

Die Rüstung besteht aus einer offenen Sturmhaube, einem Brust- und Rückenpanzer, ganzen Armzeugen, und Beinzeugen bzw. Beinschienen, einem Rüsthaken, sowie einer Verstärkungsplatte für die Brust.

Die Sturmhaube hat einen starken Kamm und einen heruntergezogenen, breiten Rand. Der Kamm verläuft von vorn bis hinten über den ganzen Helm, an der Vorder- und Rückseite abgeflacht und zum Scheitelpunkt höher gestaltet. In der Mitte des Helmes sind in einer waagerechten Linie um den Helm Nieten angebracht, deren Köpfe mit Rosetten verziert sind.

Der Brustpanzer ist halbrund, glatt gearbeitet und mit vier Bauchringen versehen, an denen die einteiligen Tassetten mit Lederbändern befestigt sind. Am Halsausschnitt ist die Rüstung zu einem Rand umbebogen, der zum einen den Hals vor Verletzungen schützt und zweitens darauf hindeutet das ein Bart getragen wurde, was jedoch nicht sicher ist, da ein Bart nicht vorhanden ist. Auf der rechten Brustseite ist ein Rüsthaken angebracht, der abnehmbar befestigt ist. Der Rüsthaken deutet auf eine Verwendung der Rüstung als Turnierrüstung hin, da diese Haken normalerweise nur im Turnier benutzt wurden, Die auf der Brust befestigte Verstärkungsplatte, in die ein Ausschnitt für den Rüsthaken ausgearbeitet ist, weist ebenfalls daraufhin. Die Rüstung war höchstwahrscheinlich der Teil einer Rüstungsgarnitur, deren andere Bestandteile aber wahrscheinlich nicht mehr erhalten sind.

Die Armzeuge sind unterschiedlich gearbeitet. Die rechte Seite besteht aus einem flachen, dreifach geschobenen Schulterpanzer, einer flachen Oberarmröhre mit einer großen Ellbogenmuschel und einer anhängend befestigten Unterarmröhre. Die Hentzen haben eine große Stulpe und einen separaten Daumen. Das Armzeug der linken Seite ist unterschiedlich gearbeitet. Der Schulterpanzer ist ebenfalls flach und dreifach geschoben. Der Oberarmpanzer ist wesentlich größer als der Rechte und mit einem starken Brechrand versehen, was ebenfalls auf die Verwendung als Turnierrüstung hinweist. Der restliche linke Armpanzer ist wie der rechte Armpanzer gearbeitet.

Das Beinzeug besteht aus Oberschenkelschienen, die am oberen Rand zweifach geschoben sind und mit dem Kniepanzer und den Unterschenkelröhren zu einem Stück zusammengenietet sind. Die Panzerschuhe bestehen aus Kettenrüstung.

Während der Schlacht von Calliano wurde die linke Seite wohl schwer beschädigt, da die linke Seite durch passende Neuanfertigungen ersetzt wurde. Die Rüstung wird heute in den Sammlungen des Kunsthistorischen Museum in Wien aufbewahrt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Giovanni Lazzari, L'Enciclopedia Treccani, Band 2 von Istituzioni culturali, Verlag Liguori, 1977

Literatur[Bearbeiten]

Portrait de Sanseverinos von Antonello da Messina (* um 1430 in Messina; † 1479 in Messina)
  •  Jacob Schrenck von Notzing, Dominicus Custos, Giovanni Battista Fontana, Johann Engelbert Noyse: Der aller Durchleuchtigisten und Grossmächtigen Kayser, Durchleuchtigisten und Großmächtigen Königen [...] Fursten wie auch Grafen, Herren, vom Adel [...] warhafftige Bildtnussen und kurtze Beschreibungen jhrer so wohl in Fridts [...]. Daniel Baur, 1603 (deut.).
  •  Istituto Giovanni Treccani: Enciclopedia italiana di scienze, lettere ed arti, Band 33. Istituto Giovanni Treccani, 1937 (ital.).

Weblinks[Bearbeiten]


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