Rüstung mit dem "Caperuza"-Helm Philipp I.

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Die Rüstung mit dem "Caperuza"-Helm Philipp I. ist eine spanische Rüstung, die etwa im Jahre 1500 für König Philipp I. von Kastilien gefertigt wurde.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rüstung mit dem "Caperuza"-Helm Philipp I. besteht aus Helm, Bart, Brust- und Rückenpanzer, dem Armzeug, zwei Schwebescheiben sowie einem Paar Hentzen. Die Rüstungsteile sind blank gearbeitet. Am Helmrand, der Halsöffnung des Brustpanzers sowie am Stulpenrand der Hentzen sind Bänder graviert oder geätzt die die Dekoration bilden. Sie sind nach der Herstellung feuervergoldet. Fast alle Rüstungsteile sind noch durch dekorative Bänder begrenzt, die aber nicht vergoldet wurden. Alle Gravuren oder Ätzungen sind sehr fein ausgeführt.

Der Brustpanzer besteht aus zwei Platten, einer unteren und einer oberen, die etwa in der Mitte des Oberkörpers überlappend miteinander vernietet sind. Dar Bart ist dreifach geschoben, die Schulterpanzer vierfach. Das Armzeug besteht aus kleinen Achseln, Armröhren und Ellbogenkacheln.

Die Henzen besitzen lange Stulpen und sind im Fingerbereich fünffach geschoben. Die Schwebescheiben sind in zwölf Felder, ähnlich einer Torte unterteilt, die Felder sind abwechselnd vergoldet und blank belassen, die Außenränder sind an jedem Feld abgerundet. Am Rand der Halsöffnung ist eine Abbildung des Orden vom Goldenen Vlies angebracht. Der Rückenpanzer besteht ebenfalls aus zwei Teilen und ist im Bereich der unteren Platte mit dem Spruch: "JHESUS NASARENUS REX JUDIORUM" (Jesus von Nazareth König der Juden) graviert. Am oberen Rand der Brustplatte eine weitere Gravur:"AVE MARIA GRATIA PLENA DOMENUS TECUM BENDICTA TU BENEDICTA TU (sic) IN MULERIBUS ET" (Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen), einem Teil des Ave Maria. Diese Inschriften wiederholen sich an mehreren Stellen auf dem harnisch, zum Teil in altflämischer Sprache.

Der Helm ist ein sogenannter "Caperuza", der in seiner Form eines priesterlichen Barretts, oder einer zivilen Kopfbedeckung der Zeit hergestellt ist und eine äußerst seltene Helmform darstellt. Die Helmkalotte besteht aus vier, in Kreuzform zusamengesetzten Einzeltücken, der Rand des Helmes aus zwei Einzelstücken, die zu einer breiten, hochstehenden Krempe zusammengesetzt ist und die mit der Kalotte vernietet ist. Die Stellen oben auf dem Helm, wo die Einzelteile zusammenlaufen ist graviert und vergoldet, wodurch es ein Kreuz bildet. An der Krempe sind zwei vergoldete Bandornamente angebracht.

Am Brustpanzer ist die Befestigung des Rüsthakens noch zu sehen, wobei aber der Rüsthaken selbst fehlt. Andere Teile der Rüstung fehlen ebenfalls und es wird vermutet das sich diese in verschiedenen Sammlungen in Europa befinden[1],[2].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Calvert Frederick, Spanish Arms and Armour, Being a Historical and Descriptive Account of the Royal Armoury of Madrid, Verlag BiblioBazaar, LLC, 2009, Seite 67 bis 69, Tafel 15, 16, ISBN 978-1-110-30831-6-
  2. Antonio Domínguez Ortiz, Concha Herrero Carretero, José-A. Godoy, Patrimonio Nacional, Metropolitan Museum of Art, Resplendence of the Spanish Monarchy: Renaissance Tapestries and Armor from the Patrimonio Nacional, Verlag Metropolitan Museum of Art, 1991, Seite 114 bis 118, ISBN 9780870996214

Weblinks[Bearbeiten]


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