Rüstung zum Scharfrennen August von Sachsen

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Rennzeug August von Sachsen

Die Rüstung zum Scharfrennen August von Sachsen ist eine Rüstung, die zum sogenannten "Scharfrennen" oder auch "Anzogenrennen", das heisst ein Turnier das mit scharfen Lanzen durchgeführt wir, hergestellt wurde. Diese Rüstungen zeeichnen sich durch große Stabilität und ein, im Vergleich zu anderen Rüstungen, enormes Gewicht aus.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rüstung zum Scharfrennen August von Sachsen ist blank gearbeitet und mit Ätzungen oder Gravuren versehen, die Rankenwerk die Halbfiguren bärtiger Männer und Tiergestalten darstellen. Auf der Brust befindet sich das zwölfteilige Wappen der Kurfürsten von Sachsen

Der schwere Rennhut ist mit einem schmalen Sehschlitz versehen sowie mit einem sehr flachen Kamm und einer Stirnplatte. Die linke Seite des Helmes ist, ebenso wie der Rücken der Rüstung geriffelt ausgearbeitet. Auf der Helmrückseite ist eine Hülse zur Aufnahme des Helmbusches angebracht, sowie ein schallerähnlicher Nackenschutz.

Der Brustpanzer ist mit einer anschraubbaren Brustverstärkung mit ebenfalls angeschraubtem Bart versehen, wobei die Verstärkung die Mitte der Brust sowie die linke Seite schützt. Die Brust ist auf der rechten Seite leicht abgeflacht und mit großen, ausgeschnittenen Armlöchern versehen. Im Inneren ist der gesamte Brustpanzer mit Blei ausgegossen um eine bessere Gewichtsverteilung zu ermöglichen. Auf der rechten Seite ist ein Rüsthaken sowie ein verstellbarer Rasthaken für den Halt der Lanze angebracht, der mit Löchern eingestellt werden kann. Im unteren Bereich ist der Brustpanzer mit einem Magenblech zum Schutz des Bauches versehen, sowie mit einem Bauchreifen und geschobenen Rennschößen (Tassetten). An der linken Seite auf der Brustplatte ist eine Vorrichtung angebracht, die es ermöglicht eine Renntartsche aus Holz und Leder anzuschrauben.

Die Beine werden auf jeder Seite durch eine Streiftartsche, die am Sattel befestigt werden geschützt.

An der armdicken Lanze ist noch ein Brechschild angebracht, das fast die gesamte rechte Seite des Trägers schützt. Sie hat eine Länge von etwa 4 Meter und eine Stärke con 7cm. Das Gewicht beträgt etwa 14 kg. Am vorderen Ende ist das sogenannte "Scharf- oder Renneisen", die Lanzenspitze, angesetzt. Das Scharfeisen besteht aus einer Metallhülse zum Aufsetzen auf die Lanzenstange, sowie einer kurzen, scharfen Spitze in unterschiedlichen Formen[1].

Die auffschraubbare Tartsche, ein Teil der Brustverstärkung und der Bart sind mit Textilien bespannt, die passend zusammen mit der Auflage des Pferdes gearbietet sind. Am Pferd decken die Textilien den gasamten oberen Körper des Pferdes, den Hals sowie einen Teil des Kopfes ab. Der Kopf ist zusätzlich durch eine halbe Rossstirn geschützt, die unter der Decke verborgen ist. Die textilen Teile der Rüstung sind später ergänzt worden.

Diese Rüstung hat ohne Brechschild der Lanze und die Streiftartschen ein Gewicht von 85 kg![2] Es wurde in Dresden von dem Plattner Hans Rosenberger um die Jahre 1550 bis 1560 gefertigt

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 544 bis 551, ISBN 978-3-201-00257-8
  2. Rennzeug August von Sachsen auf der Website der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, (deut., eingesehen am 09. November 2013

Literatur[Bearbeiten]

  •  Heinrich Müller, Albrecht Dürer: Albrecht Dürer: Waffen und Rüstungen. Von Zabern, 2002, ISBN 978-3-86102-121-6, S. 126, 208.
  •  Antje Scherner, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg: In fürstlichem Glanz: der Dresdner Hof um 1600-cataloghi di mostre. Electa, 2004, ISBN 978-88-370-2722-3, S. 76.
  •  Heinrich Müller: Das Berliner Zeughaus: vom Arsenal zum Museum. Brandenburgisches Verlagshaus, 1994, ISBN 978-3-89488-054-5, S. 245.


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