Rüstungsgarnitur des Ulrich von Württemberg

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Rüstung und Rossharnisch Ulrichs von Würtemberg

Die Rüstungsgarnitur des Ulrich von Württemberg ist eine deutsche Rüstungsgarnitur, bestehend aus Rüstung für den Reiter und einem Rosshanisch. Der Rossharnisch wurde von dem Plattner und Büchsenmacher Wilhelm von Worms d.Ä. (aktiv ab 1497, †1537) für Ulrich von Württemberg (* 8. Februar 1487 in Reichenweier, Elsass; † 6. November 1550 in Tübingen) im Jahre 1507 gefertigt. Die Rüstung des Reiters von dem Plattner Matthes Deutsch (erstmals erwähnt 1485, letztmalig um 1505) aus Landshut etwa im Jahre 1505.

Beschreibung

  • Die Rüstung für den Reiter

Die Rüstung für den Reiter ist im typischen Stil der Nürnberger Werkstätten dieser Zeit gearbeitet. Der Helm ist mit einem niedrigen Kamm ausgestattet und das Visier ist ibn der Art eines sogenannten "Blasebalgvisiers" gefertigt, da durch die Visierfalten Ähnlichkeiten mit einem Blasebalg bestehen. Der Helm ist im Ringkragen so verriegelt, da es eine Drehung möglich ist, jedoch die Auf- und Abbewegung des Kopfes erschwert wird.

Der Brustpanzer ist halbkugelförmig gearbeitet uznd durch Schnallen mit Lederriemen mit dem Rückenpanzer verbunden. Auf der rechten Brustseite ist ein Rüsthaken angebracht, der nicht klappbar ist. Die Tassetten sind kurz und dreifach geschoben und mit Lederriemen an den Bauchreifen befestigt. Auf der Rückseite sind vier Gesäßringe angebracht.

Die Armzeuge sind mit Schulterpanzern mit einem beidseitigen Brechrand ausgestattet, sowie mit Vorder- und Hinterpflügen. Die Oberarmpanzer sind vierfach geschoben und drehbar im Ellbogenpanzer mit Ellbogenkacheln verriegelt. Die Unterarmröhren sind mit dem Ellbogenpanzer verbunden. Die Panzerhandschuhe sind ebenfalls drehbar am Unterarmpanzer verriegelt. Der Handrücken und die einzelnen Fingerpanzer sind vielfach geschoben.

Die Beinzeuge bestehen aus geschlossenen Ober- und Unterschenkelröhren sowie nach hinten offenen Kniepanzern mit Kniekacheln. Der Fußbereich der Panzerstiefel ist mehrfach geschoben.

Die Dekoration besteht aus Bändern, die die einzelnen Rüstungsteile begrenzen und mit Gravuren verziert sind. Manche der Bänder wie an den Kacheln, den Tassetten, den Bauch- und Gesäßringen, den Brechrändern und dem Visier sind breiter gearbeitet. Auf dem Brustpanzer ist ein T-förmiges Band angebracht, das mit schwarz eingefärbten Gravuren versehen ist.

  • Der Rossharnisch

Der Rossharnisch besteht aus Rossstirn, einem Crinet, dem Krupper und einem Fürbug und einem Turniersattel.

Die Rossstirn ist mit einem hohem Nasenrücken, sowie mit Gittern vor der Augenöffnung und Ohrenpanzern gearbeitet. Auf der Stirn ist ein Wappenschild angebracht, das mit dem in Gold eingelegten Bildnis der Jungfrau Maria verziert ist, einem Motiv das mehrfach in unterschiedlicher Größe auf dem Rossharnisch angebracht ist. Unterhalb des Wappenschildes zu den Pferdenüstern hin ist die Oberfläche mit einner Reihe von ausgetriebenen Buckeln veriert, die bei dem angebrachten Bildnis eines Drache das Rückrad bilden.

Der Crinet ist mit der Rossstirn verbunden. Er besteht aus sechs Reifen und vier Einzelplatten für das Genick, die am unteren Ende mit einem wellenförmigen Muster versehen sind und den unteren Halsbereich, wie auch den oberen Halsbereich und auch den Nacken schützen.

Der Fürbug besteht aus vier miteinander vernieteten Platten und ist an den Seitenrändern und dem unteren Rand leicht umgebogen. Am oberen Rand ist er seilförmig gestaltet ("geseilt"). Vorn in der Mitte und den Enden der Seiten ist wiederum die Darstellung der Jungfrau angebracht.

Der Krupper besteht aus dreizehn Einzelplatten, die miteinander vernietet sind und so Rücken und hintere Flanken schützen. Eine weitere Platte dient als Schweifschutz. Die unteren Enden sind ebenfalls leicht ungebogen und die mittleren Seitenplatten sind mit dem Bildnis der Jungfrau versehen.

Der Turniersattel ist ein sogenannter "Sattel in hohem Zeug", der dafür sorgt das der Reiter fast im Sattel steht. Die Vorder- und die Rückseite sind mit einer Panzerplatte versehen.

Die Bildnisse der Jungfrau Maria sind in Goldschmelztechnik ausgeführt, das heisst, die Darstellung wird zuerst graviert und dann mit einer verflüssigten Mischung aus Gold, Quecksilber und Kupfer ausgegossen. Anschließend wird die Oberfläche sehr sorgfältig beigeschliffen und poliert.

Die Rüstung wird heute im Philadelphia Museum of Art aufbewahrt[1].

Einzelnachweise

  1. Website des Philadelphia Museum of Art, (engl., eingesehen am 05. Mai 2014)

Literatur

  •  Pierre Terjanian, Philadelphia Museum of Art: Princely Armor in the Age of Dürer: A Renaissance Masterpiece in the Philadelphia Museum of Art, Band 4 von N. S, Philadelphia Museum of Art bulletin. Yale University Press, 2012, ISBN 978-0-300-17631-5 (engl.).

Weblinks


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