Reiterharnisch Großherzogs Cosimo I. de' Medici

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Cosimo I. de' Medici in Rüstung. Gemälde von Agnolo Bronzino (* 17. November 1503 in Monticelli, einem heutigen Stadtteil von Florenz; † 23. November 1572 in Florenz), 1545

Der Reiterharnisch Großherzogs Cosimo I. de' Medici ist eine italienische Rüstung, die für Cosimo I. de' Medici (* 12. Juni 1519 in Florenz; † 21. April 1574 in der Villa Medici von Castello in Florenz) etwa um die Jahre 1550-1555 gefertigt wurde. Cosimo de' Medici ließ die Rüstung um die Zeit der Eroberung von Siena 1555 fertigen an der er teilnahm und auch gewann. Desweiteren kämpfe er 1537 gegen die republikanische Regierung von Florenz und wurde darauf folgend Herzog von Toskana.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rüstung ist vom Typ eine sogenannte "Dreiviertelrüstung" und besteht aus einem geschlossenen Visierhelm, Brust- und Rückenpanzer, Tassetten, ganzen Armzeugen und halben Beinzeugen.

Der Helm ist mit einem einteiligen Visier. Das Visier kann mit einem Stift, der auf der rechten Visierseite angebracht ist auch mit behandschuhten Händen geöffnet werden. Das Visier ist mit einem starken Mittelgrat versehen und ohne Luftgeben ausgestattet. Die Sehschlitze sind weit ausgeschnitten und ähneln einer modernen Brille. Der Helmkamm ist hoch gearbeitet und der Helm ist am unteren Ende mit einem dreifach geschobenen Ringkragen versehen.

Der Brust- und der Rückenpanzer sind glatt gearbeitet. Der Brustpanzer hat einen starken Mittelgrad und ist aus zwei Teilen, dem oberen- und unteren Brustpanzer zusammengesetzt. Der untere Teil des Brustpanzers geht in die stark ausgeprägte Tallie über, wobei am unteren Ende zwei Bauchreifen geschoben angehängt sind. Auf der rechten Brustseite sind zwei Löcher zu sehen, die der Befestigung eines Rüsthakens dienen, der nicht mehr vorhanden ist. Die Tassetten sind vierfach geschoben und mit Lederriemen an den Bauchreifen angehängt.

Die Schulterpanzer (Achseln) sind dreifach geschoben und asymetrisch gearbeitet. Die linke Achsel ist etwas größer und breiter als die Rechte konstruiert. Die rechte Achsel ist kleiner gehalten um mehr Platz für den Schaft einer Lanze zu bieten. Die Oberarmröhren sind vierfach geschöben und durch Drehgelenke mit den Ellbogenpanzern verbunden. Die Ellbogenpanzer sind komplett geschlossen und mit Ellbogenkacheln versehen. Die Innenseite der Arme sind durch ein vierzehnfaches Geschübe geschützt. Die Unterarmpanzer bestehen zum Teil aus den am Innenarm liegenden Geschüben und zum Teil aus zweiteiligen Röhren, die zum Tragen verriegelt werden können. Panzerhandschuhe sind nicht mehr vorhanden.

Die Beinzeuge bestehen aus den Oberschenkelpanzern, sowie den oberhalb- und unterhalb des Knies dreifach geschobenen Panzern. Unterschenkelpanzer und Eisenschuhe sind nicht vorhanden.

Dekoration[Bearbeiten]

Die ganze Rüstung ist undekoriert, das heist es finden sich keine Gravuren, Treibarbeiten oder ähnliches auf der gesamten Rüstung[1], [2].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Rüstung auf der Website des Kunsthistorischen Museum Wien, (deut., eingesehen am 22.10.2015)
  2. Die Rüstung (ansicht von vorn) auf der Website des Kunsthistorischen Museum Wien, (deut., eingesehen am 22.10.2015)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Kunsthistorisches Museum Wien: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Band 34. A. Schroll, 1974.
  •  Alan R. Williams: The Knight and the Blast Furnace: A History of the Metallurgy of Armour in the Middle Ages & the Early Modern Period, Band 12 von History of warfare. BRILL, 2003, ISBN 90-04-12498-5, S. 211.


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