Reiterharnisch Herzog Ulrichs von Württemberg

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Herzog Ulrich von Württemberg, Portrait eines unbekannten Malers

Der Reiterharnisch Herzog Ulrichs von Württemberg ist eine deutsche Rüstung, die für Herzog Ulrich von Württemberg (* 8. Februar 1487 in Reichenweier, Elsass; † 6. November 1550 in Tübingen) um 1545 von einem unbekannten Plattner gefertigt wurde. Herzog Ulrich erwarb sich seinen militärischen Ruf unter anderem als Heerführer im Landshuter Erbfolgekrieg da er durch den Sieg ehemals verlorene kurpfälzische Gebiete zurückgewinnen konnte. Negative Bekannteheit erwarb er sich durch die Erhebung von ungerechten Steuern, da er völlig verschuldet war und mit den Steuern einen Feldzug finanzieren wollte. Durch die Steuern geriet die Bevölkerung in Wut und es kam zum sogenannten Aufstand des Armen Konrad, den Ulrich mithilfe verbündeter jedoch niederschlagen konnte. Desweiteren geriet er durch einen Mordfall in schlechten Ruf, als er im Jahre 1515 den Ehemann seiner geliebten, Rittmeister Hans von Hutten (* 1477 auf Burg Trimberg bei Elfershausen, Unterfranken; † 8. Mai 1515 im Böblinger Forst) im Böblinger Forst ermordete, indem er ihn zur Jagd einlud, bei der er in voller Rüstung erschien und bei einer günstigen Gelegenheit seinen eigenen Stallmeister Hutten erstach. Durch diesen Vorfall geriet er im Jahre 1516 unter die Reichsacht.

Beschreibung

Die Ermordung Hans von Huttens durch Ulrich von Württemberg, anonymer Holzstich von 1519

Die Rüstung ist vom Typ eine sogenannte Dreiviertelrüstung, die für den Einsatz vom Pferd konzipiert wurde. Die Rüstung besteht aus einem geschlossenen Visierhelm, dem Brust- und Rückenpanzer, ganze Armzeuge und Tassetten.

Der Helm ist mit einem zweiteiligen Visier ausgestattet, bei dem an der rechten Helmseite eine Mechanik angebracht ist, bei der mit einem kurzen Seil das Visier auch mit behandschuhten Händen geöffnet werden kann. Der Helmkamm ist niedrig gehalten und verläuft bis zum Nacken. Am Visier sind auf der Vorderseite mehrere Löcher als Luftgeben angebracht.

Der Brustpanzer ist in der Art einer Kugelbrust gearbeitet und besitzt keinen Grad in der Mitte des Panzers. An der Unterkante sind vier untereinander verschiebbare Bauchreifen angebracht an denen die Tassetten befestigt werden. Die Tassetten sind neunfach geschoben und bilden mit einem vergrößerten und nach außen ausgetriebenem Geschübeteil die Kniepanzer an denen die Tassetten enden.

Die Armzeuge sind an den Schulterpanzern (Achseln) sechsfach geschoben und haben einen sehr niedrigen Brechrand. Die Schulterpanzer sind durch ein Drehgelenk mit den Oberarmröhren und den geschlossenen Ellbogenpanzern (Ellbogenkacheln) beweglich verbunden, Die Unterarmröhren sind mit den Ellbogenpanzern beweglich verbunden und so gestaltet das sie zum Ankleiden aufgeklappt und anschließend verriegelt werden können. Die Panzerhandschuhe sind als Fäustlinge (Hentze) gearbeitet und auf der Handrückseite sowie dem Fingerbereich mehrfach geschoben. Im Bereich der Fingerknöchel ist eine Art Schlagring in der Form eines seilförmig gestalteten ("geseilt") Balkens angebracht.

Die beiden Schwebescheiben sind rund geformt und mit einem genieteten Rand versehen. Zehn Nieten sind innerhalb dieses Randes angsbracht. In der Mitte der Scheiben ist eine Art Schildbuckel angebracht der Spitz zulaufend ist[1].

Dekoration

Die Dekoration besteht auf der gesamten Rüstung aus abwechselnden vertikalen Streifen oder Feldern, die abwechselnd in der natürlichen metallenen Farbe der Rüstung gehalten sind und schwarzen Feldern die auf das Metall brüniert sind. Beide Farbfelder sind in unterschiedlicher Breite vorhanden. Auf den Schwebescheiben ist ein Muster aus Linien angebracht, die von der Mitte zum Rand laufen. Diese Muster bestehen aus wellenförmigen Bändern mit spitz zulaufenden Enden und sind so angebracht, das sie genau so angebracht sind, das sie auf die Nieten am Rand zulaufen.

Einzelnachweise

  1. Die Rüstung auf der Website des Kunsthistorischen Museum Wien, (deut., eingesehen am 19.10.2015)

Weblinks


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