Riefelharnisch Ulrich von Württembergs

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Rüstung des Ulrich von Württemberg mit einem Larvenvisierhelm

Der Riefelharnisch Ulrich von Württembergs ist eine deutsche Rüstung, die für Ulrich Herzog von Württemberg (* 8. Februar 1487 in Reichenweier, Elsass; † 6. November 1550 in Tübingen) gefertigt wurde. Die Arbeit wurde von Wilhelm von Worms d.Ä. (aktiv ab 1497, †1537) , einem berühmten Augsburger Plattner und Büchsenmacher hergestellt. Auf der Rückseite des Harnischs befinden sich das Wappen der Stadt Nürnberg sowie die Meistermarke Wilhelm von Worms d.Ä..

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rüstung stellt einen typischen "Maximiliansharnisch" der damaligen Zeit dar. Der ganze Harnisch ist in dem typischen kannelierten Design getrieben. Die Rüstung besteht aus einem Visierhelm, einem Ringkragen, beiden kompletten Armzeugen, einem Brust- und Rückenpanzer, einem kurzen Tonnenrock, sowie ganzen Beinzeugen.

Das auffälligste an der Rüstung ist der Helm, der als sogenannter "Larven-oder Groteskenhelm" mit einem menschlichen Gesicht ausgestattet ist. Das Gesicht ist hauptsächlich auf dem Visier abgebildet. Es zeigt Augen, Augenbrauen, eine Nase, Oberlippenbart und Mund. Die Helmkalotte ist fast halbkugelförmig, der Helm im unteren Bereich gleicht der Gesichsstruktur eines "normalen" Mannes. Die 40 kleinen Luftgeben sind in Lochform im Gesicht des Visiers verteilt.

Der Ringkragen ist ebenfalls kanneliert und dreifach geschoben.

Brust- und Rückenpanter sind in der üblichen Art, ohne Mittelgrat auf der Brust, leicht rundlich und mit einer schlanken "Wespentallie" versehen. Auf der rechten Brustseite ist ein Rüsthaken angebracht, der zum Auflegen der Lanze beim Anreiten dient. Statt den üblichen Tassetten und Bauchringen ist an dieser Rüstung ein siebenfach geschobener, kurzer Tonnenrock angebracht.

Die Armzeuge sind an den Achseln mit Brechrändern versehen, die unterschiedlich groß und geformt sind. Der linke Brechrand ist großer und höher gearbeitet. Er steht im gleichen Winkel zum Helm wie der rechte, wobei aber der Vorderpflug bis auf die Brust reicht. Der rechte Brechrand ist kleiner, kürzer und reicht nur sehr kurz auf die Brust. Im unteren Bereich ist der rechte Vorderpflug in einem Bogen ausgeschnitten um mehr Platz für den Lanzenschaft beim Turnier zu bieten. Die Achseln sind vierfach geschoben und mit den Oberarnröhren durch Drehgelenke verbunden. Die Unterarmröhren sind rundherum geschlossen und mit den Panzerhandschuhen ebenfalls durch Drehgelenke verbunden. Ober- und Unterarmröhren sind durch große Ellbogenkacheln beweglich verbunden.

Die Panzerhandschuhe sind als vielfach geschobene Hentzen gearbeitet, die mit einem separaten Daumenpanzer versehen sind.

Die Beinröhren sind ebenfalls im ganzen kanneliert, ober- und Unterschenkelpanzer sind nach hinten offen und werden mit Schnallen an den Beinen befestigt. Die Kniepanzer sind jeweils dreifach geschoben und mit Kniekacheln an der Außenseite versehen. Die Eisenschuhe sind ebenfalls vielfach geschoben und am Vorderfuß verbreitert, was zu einem beseren Halt in den Steigbügeln dient.

Die Rüstung wird heute im Kunsthistorischen Museum Wien aufbewahrt[1].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Rüstung auf den Websites des Kunsthistorischen Museum Wien, (deut., eingesehen am 24. Februar 2015)

Literatur[Bearbeiten]

  •  David Kunzie: Fashion and Fetishism: Corsets, Tight Lacing and Other Forms of Body-Sculpture. The History Press, 2013, ISBN 978-0-7524-9545-3, S. Abb. 1.8.
  •  Bruno Thomas, Ortwin Gamber, Hans Schedelmann: Die schönsten Waffen und Rüstungen aus europäischen und amerikanischen Sammlungen. Keyser, 1963, S. Abschn. 16 (Bilddarstellung und Beschreibung).

Weblinks[Bearbeiten]


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