Taufharnische des Kurfürsten Christian I. von Sachsen

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Die Taufharnische des Kurfürsten Christian I. von Sachsen sind Rüstungen, die zur Feierlichkeiten der Taufe Dorotheas, Tochter Christian I. und seiner Frau Sophie, 1590 in Auftrag gegeben wurden. Christian bestellte insgesamt fünf Prunkrüstungen, die für seine Tauf- und Ehrengäste vorgesehen waren. Die Rüstungen sind aus zwei verschiedenen Materialien hergestellt. Drei der Harnische bestehen aus getriebenem Kupfer und sind nach ihrer Fertigstellung vergoldet worden. Zwei Rüstungen bestehen aus getriebenem Silber.

Beschreibung[Bearbeiten]

Beim silbernen Harnisch der hier beschrieben ist und für Christian I. vorgesehen war, sind fast alle Flächen der Rüstung mit Gravuren versehen, die aus Ranken, Blüten in einem orientalischen Stil und Trophäendarstellungen verziert. Das Hauptthema bilden ovale Embleme oder Medaillons, die unterschiedliche Darstellungen von Kriegern enthalten. Die Krieger erscheinen in antiker Darstellung, aber auch in der Abbildung der Stilrichtung des 16. Jahrhunderts. Zwei der Krieger auf Brust- und Rückenpanzer sind beritten und im Kampf dargestellt. Alle Flächen des Harnischs wurden nach Fertigstellung auf Hochglanz poliert.

Der Burgunderhelm ist mit einem hohen Kamm versehen, sowie einem aufschlächtigen Visier mit Luftgebe das weit und spitz nach vorn ausgetrieben ist, einem viermalig geschobenen Kragen und einem Stirnstulp mit Sehschlitz ausgestattet. Auf der Helmrückseite ist eine Hülse mit der Darstellung einer männlichen Maske zur Befestigung eines Helmbuschs angebracht. Auf beiden Seiten des Helmkammes ist das Kurfürstlich sächsische Wappen angebracht.

Die Brust ist nach dem Typ eines Gansbauches (Tapulbrust) getrieben wobei die Armzeuge mit vierfach geschobenen Achseln, Vorder- und Hinterflügen ausgestattet sind. Die Muscheln des Armzeuges sind geschlossenm die Panzerhandschuhe mit Fingern und langen, spitz geschnittenem Stulpen versehen.

Zu diesem Harnisch gehört auch eine Rossstirn, die in ähnlicher Art gearbeitet und mit dem Kurfürstlich sächsischen Wappen versehen ist, die derzeit aber nicht ausgestellt wird. Die Inventarnummer ist M 0063.01[1],[2].


Die zweite erhaltene Rüstung besteht aus getriebenem und vergoldetem Kupfer und war vorgesehen für den Freund Christian I., Christian von Anhalt-Bernburg und ähnlich gestaltet. Das Dekor der Flächen besteht aus Blattranken und den Darstellungen von Granatäpfeln. Ebenfalls sind Kriegerfiguren, beritten und zu Fuss, sowie fliegende Adler dargestellt. Zu den figürlichen Darstellungen gehören Abbildungen des Herkules, der Hydra von Lerna sowie dem nemëischen Löwen und der Judith mit dem Kopf des Holofernes.

Die übrige Rüstung besteht aus den gleichen Bestandteilen wie die silberne Rüstung Christian I. und ist ebenfalls gleich gearbeitet[3],[4].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johannes Schöbel, Jürgen Karpinski, Prunkwaffen: Waffen und Rüstungen aus dem Historischen Museum Dresden, 5. Auflage, Verlag Edition Leipzig, 1985, Seite 29, 44
  2. Website der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, (deut., eingesehen am 12. November 2013)
  3. Johannes Schöbel, Jürgen Karpinski, Prunkwaffen: Waffen und Rüstungen aus dem Historischen Museum Dresden, 5. Auflage, Verlag Edition Leipzig, 1985, Seite 29
  4. Website der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, (deut., eingesehen am 12. November 2013)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Heinrich Müller, Albrecht Dürer, Deutsches Historisches Museum: Albrecht Dürer: Waffen und Rüstungen. Von Zabern, 2002, ISBN 978-3-86102-121-6, S. 69.


Weblinks[Bearbeiten]


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