Venetianischer Sallet

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Venezianischer Sallet im Museo delle armi Luigi Marzoli in Brescia

Ein Venetianischer Sallet auch ital."Celata all´venetia" ist ein Helm der um 1470 in Italien aufkam[1] . Vom Typus her wird er den Schallern zugeordnet. Diese italienischen Schaller sind in der Grundform gleich, jedoch gibt es leichte Abweichungen in der äusseren Gestaltung, wodurch die einzelnen Modelle nach den Stätten oder Regionen Italiens benamt werden (z.B. Celata Italia del nord, Cerlata Milano etc.). Der venetianische Sallet unterscheidet sich durch seine Machart von allen anderen Helmen dieser Art.

Beschreibung

Ein Venetianischer Sallet gleicht in der Form den üblichen Schallern der Herstellungszeit. Meist ohne Visier ausgestattet ist die Grundform der Helmkalotte die einer Halbkugel. Im hinteren Bereich verläuft der Helm aber schmaler zu einem mehr oder weniger spitzen Ende das als Nackenschutz dient. Beim "Celata all´italiana" war es in vielen Fällen üblich eine Verstärkungsplatte an der Vorderseite der Helme anzubringen. Bei den venezianischen Sallets war das nicht der Fall. Die venetianischen Sallets waren meist mit einem farbigen, leuchtenden Stoff wie gefärbter Leinwand oder Seide bezogen. Eine öfters vorkommende Farbe war Purpur oder auch Scharlachrot, wie an mehreren erhaltenen Exemplaren zu sehen ist.

Zusätzlich sind viele der Helme mit Metallornamenten belegt, die über dem Bezugsstoff liegen. Diese Art der Dekoration ist mehr oder weniger viel anzutreffen. Oft sind nur verzierte Bänder oder Stege , die graviert oder in eine dekorative Form gegossen oder geschmiedet sind, in anderen Fällen sind Blüten, Blattornamente, Rosetten, Kronen oder auch Darstellungen von Tieren, ähnlich einem Helmkleinod oder auch "Zimier" zu finden (siehe Weblinks)[2], [3].

In Venedig gehörten diese Art der Helme zur Ausstattung der Leibwache des Dogen. Ausserhalb Venedigs ist diese Art des Sallets nicht bekannt.

Einzelnachweise

  1. Stuart W. Phyrr, European Armour from the Imperial Ottoman Arsena, The Metropolitan Museum Journal 24, 1989, Seite 93
  2. Sir Guy Francis Laking, Charles Alexander Baron de Cosson, A record of European armour and arms through seven centuries, Band 2, Verlag G. Bell and Sons, 1992, S.15-17, Bildtafeln 348-352
  3. Stuart W. Pyhrr, Metropolitan Museum of Art New York, N.Y., European Helmets, 1450-1650: Treasures from the Reserve Collection, Verlag Metropolitan Museum of Art, 2000, Seite 8, ISBN 978-0-87099-940-6

Literatur

  •  Charles J. Ffoulkes: Inventory and Survey of the Armouries of the Tower of London, Band 1. H.M. Stationery Office, 1916, S. 174 (engl.).
  •  Auguste Demmin: Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwickelung von der Steinzeit bis zur Erfindung des Zündnadelgewehrs: ein Handbuch der Waffenkunde. Seemann, 1869, S. 520 (deut.).
  •  Wendelin Boeheim: Handbuch der Waffenkunde: Das Waffenwesen in seiner historischen Entwicklung. 1985, Erstauflage 18990 Auflage. Seemann, Neuaflage Verlag Fourier, ISBN 978-3-8460-3668-6, S. 47.

Weblinks


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